Perleberg : Gift-Vorfall im größten Schlachthof Brandenburgs

Im größten Brandenburger Schlachtbetrieb ist am Freitag das giftige Gas Ammoniak ausgetreten. Die Feuerwehr rückte zum Großeinsatz aus.

Oliver von Riegen
Aus der Kühlanlage des großen Schlachthofes in der Prignitz ist über mehrere Stunden Ammoniak ausgetreten. 
Aus der Kühlanlage des großen Schlachthofes in der Prignitz ist über mehrere Stunden Ammoniak ausgetreten. Foto: Christian Pörschmann/dpa

Perleberg - Aus der Kühlanlage eines großen Schlachthofes in Perleberg in der Prignitz ist am Freitag über mehrere Stunden das giftige Gas Ammoniak ausgetreten. Der Großeinsatz im Stadtteil Quitzow fand aber ein gutes Ende: Am späten Nachmittag gab die Feuerwehr Entwarnung. "Wir haben das Austreten des Ammoniaks unterbunden", sagte ein Feuerwehrsprecher der Deutschen Presse-Agentur. Niemand war verletzt worden. Der Schlachthof wurde evakuiert. Es handelt sich nach Angaben des Unternehmens Vion Food Group um den größten Schlachtbetrieb in Brandenburg. Rund 280 Mitarbeiter mussten den Betrieb laut einem Sprecher verlassen.

Die Anwohner waren wohl nicht gefährdet

Am frühen Nachmittag war bei der Einsatzleitstelle die Nachricht einer Gasgefahr eingegangen. Mindestens 100 Feuerwehrkräfte waren im Einsatz. Bald fanden sie das Problem: "Es ist ein Defekt an einem Regelventil im technischen Bereich des Betriebes", sagte der Vion-Sprecher. Das Ventil sei abgesperrt worden. Der Schlachtbetrieb solle an diesem Samstag wieder aufgenommen werden.

Eine Gefahr für die Anwohner bestand nach Angaben der Polizei nicht. Vorsichtshalber wurden die Anwohner der umliegenden Orte aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe meldete auf seiner Internetseite: "Eine Ausbreitung auf bewohntes Gebiet kann nicht ausgeschlossen werden. Betroffen sind die Ortslagen Quitzow, Premslin und Schönfeld. Bitte halten Sie Fenster und Türen geschlossen."

Ammoniak einzuatmen, ist lebensgefährlich 

Ammoniak riecht stechend und wirkt stark ätzend auf Lunge, Haut und Augen. Beim Einatmen hoher Konzentrationen besteht Lebensgefahr. Ammoniak ist ein wichtiger Grundstoff in der chemischen Industrie und bei der Herstellung von Dünger, zudem wird er oft als Kältemittel verwendet.

Das austretende Ammoniak wurde nach Angaben der Feuerwehr mit Wasser gebunden, der Schlachthof wurde innen belüftet. Der Fleischbetrieb in Perleberg-Quitzow wurde nach Angaben von Vion 1993 erbaut und liegt zwischen Berlin und Hamburg. Mit einer Million Schlachteinheiten sei es der größte Frischfleischvermarkter Brandenburgs. (dpa)