• Panne bei Abitur in Brandenburg: Viele Lehrer ohne Fortbildung - Tausende Schüler machen Mathe-Abi neu

Panne bei Abitur in Brandenburg : Viele Lehrer ohne Fortbildung - Tausende Schüler machen Mathe-Abi neu

Im Brandenburger Mathe-Abi mussten Schüler Aufgaben lösen, die sie gar nicht im Unterricht hatten. Sie dürfen die Prüfung wiederholen. Nun steht die Frage im Raum: Haben die Lehrer Fortbildungen zum Lehrplan versäumt?

Rochus Görgen
Brandenburgs Schüler können die Mathe-Abi-Prüfung am 12. Juni wiederholen.
Brandenburgs Schüler können die Mathe-Abi-Prüfung am 12. Juni wiederholen.Foto: Hendrik Schmidt/dpa

Die Pannen bei den Abi-Prüfungen in Brandenburg sind offensichtlich auch auf eine mangelnde Fortbildung der Lehrer zurückzuführen. Rund 30 Prozent der Schulen hätten Mathematiklehrer nicht zu vorgeschriebenen Fortbildungen zum Rahmenlehrplan geschickt, teilte das Bildungsministerium in Potsdam am Donnerstag mit.

Nach der Mathematik-Prüfung am 3. Mai hatten zahlreiche Lehrer und Schüler kritisiert, dass Fragen aus dem Zentralabitur gar nicht im Unterricht behandelt worden waren. Konkret ging es um Aufgaben zum natürlichen Logarithmus. Das Ministerium bot rund 6000 Schülern daraufhin an, die Prüfung am 12. Juni wiederholen zu können. 2580 Abiturienten wollen davon Gebrauch machen, teilte das Ministerium nun mit.

Baaske: Eine Reihe von Missverständnissen

Bildungsminister Günther Baaske (SPD) sprach von einer Reihe von Missverständnissen. Eigentlich hätte der Stoff unterrichtet werden müssen. "Es tut mir leid, dass das passiert ist", sagte Baaske. Er könne aber nicht erkennen, dass systematisch etwas falsch gelaufen sei.

Eine Konsequenz sei nun, dass die Einhaltung der Fortbildungen künftig kontrolliert werden müsse. Zudem müssten die Schulleiter disziplinarische Möglichkeiten in die Hand bekommen, wenn Lehrer eine Fortbildung nicht besuchten.

Keine Konsquenzen für Brandenburgs Mathe-Lehrer

Die Panne mit dem Mathe-Abi selbst soll dagegen keine disziplinarischen Konsequenzen für die Lehrer haben. Dies habe man bereits früh zugesagt, damit die Lehrer offen erzählen, welcher Stoff im Unterricht tatsächlich behandelt wurde, hieß es.

Das Ministerium hatte auch ein Gutachten in Auftrag gegeben, um die Beschwerden zu prüfen. Der Untersuchung zufolge waren die Aufgaben nicht zu schwierig und entsprachen den Rahmenlehrplänen. Das Gutachten empfiehlt künftig auch einen Fachbrief zur Verbesserung der Kommunikation der Aufsicht mit den Schulen. Ein "systemisches Versagen" stellte auch das Gutachten nicht fest.

"Wir wissen jetzt, was bei der Vorbereitung der Abiturprüfung in Mathematik nicht optimal gelaufen ist", erklärte Baaske in einer Mitteilung. "Bei der Aufarbeitung nehmen wir keine Schuldzuweisung vor." Alle müssten dafür sorgen, dass sich solche Vorfälle nicht wiederholten. (dpa)

Hier können Sie das Gutachten nachlesen >>