• Oranienburg: Bombenentschärfung sorgt für Einschränkungen im Bahnverkehr

Oranienburg : Bombenentschärfung sorgt für Einschränkungen im Bahnverkehr

Wegen einer Bombenentschärfung in Oranienburg ändert die Bahn am Donnerstag ihren Fahrplan. Auch Potsdamer könnten davon betroffen sein.

Diese Bombe wurde in Oranienburg im Frühjahr 2015 entschärft.
Diese Bombe wurde in Oranienburg im Frühjahr 2015 entschärft.Foto: Bernd Settnik/dpa

Oranienburg - Oranienburg (Kreis Oberhavel) liegt zwar für Potsdamer nicht gerade um die Ecke, von der dort am Donnerstag geplanten Entschärfung einer 500 Kilogramm schweren Weltkriegsbombe könnten sie aber dennoch betroffen sein. 

Denn die Deutsche Bahn ändert während der Zeit der Entschärfung des Blindgängers ihren Fahrplan. Züge aus dem Norden bzw. in den Norden können weiterhin am Bahnhof Oranienburg halten. Der Zugverkehr Richtung Süden wird gesperrt, ein Ersatzverkehr mit Bussen und Umleitungen wird eingerichtet. Der Zugverkehr wird voraussichtlich ab 15.30 Uhr wieder ohne Einschränkungen freigegeben, so die Deutsche Bahn..

RB 20 (Oranienburg - Hennigsdorf - Potsdam)

Züge der Linie RB 20 beginnen und enden in Birkenwerder. Potsdamer, die weiter nach Oranienburg wollen, müssen in den Schienenersatzverkehr umsteigen. Die Regionalzüge aus und in Richtung Löwenberg (Mark) können weiterhin in Oranienburg halten.

RE 5 (Rostock/Stralsund - Wünsdorf-Waldstadt - Elsterwerda) 

Die Züge der RE 5 aus bzw. in Richtung Norden (Rostock/Stralsund) beginnen und enden in Oranienburg. Hier besteht Anschluss an den Schienenersatzverkehr nach Birkenwerder. Die Züge aus Richtung Süden (Elsterwerda/Wünsdorf-Waldstadt) beginnen und enden in Berlin‑Gesundbrunnen. Reisende nutzen dort die S1 nach Birkenwerder. Von dort besteht Anschluss an den Schienenersatzverkehr nach Oranienburg.

S 1 (Wannsee - Oranienburg)

Ab 8.00 Uhr wird die Strecke zwischen Oranienburg und Birkenwerder für die S‑Bahn gesperrt. Es besteht Ersatzverkehr mit Bussen. Der Haltepunkt Lehnitz kann nicht angefahren werden, da er sich im Sperrkreis befindet.

Ab 10.00 Uhr wird der Streckenabschnitt Oranienburg-Birkenwerder auch für den Fern- und Regionalverkehr gesperrt.

» Aktuelle Informationen über Fahrplanänderungen erhalten Sie hier.


Sperrkreis ab 8 Uhr

Wegen der Entschärfung des Blindgängers wurde der Sperrkreis rund um den Blindgänger bereits am Mittwoch vergrößert. Nachdem die Bombe im Uferbereich des Treidelweges freigelegt wurde, hat die Stadt den bereits eingerichteten Sperrkreis nach Empfehlung des Kampfmittelbeseitigungsdienstes von 70 auf 100 Meter um den Fundort herum ausgeweitet, wie die Stadt mitteilte. Damit wurde die Lehnitzbrücke ab Mittwochvormittag für den Verkehr gesperrt, sagte Stadtsprecher Gilbert Collé. Betroffen sind außerdem die Lehnitzstraße zwischen altem Bahndamm und Wassersportzentrum, sowie mehrere bewohnte und unbewohnte Grundstücke.

Die amerikanische Weltkriegsbombe mit chemischem Langzeitzünder soll am Donnerstag vor Ort entschärft werden. Von 8 Uhr an soll dann ein Sperrkreis von rund 1000 Metern um die Bombe herum eingerichtet werden. In diesem seien rund 5200 Menschen gemeldet. Auch vier Kitas, ein Hort, eine Grundschule, ein Seniorenheim und das Medizinische Versorgungszentrum befinden sich im gesperrten Gebiet. Da der S-Bahnhof Lehnitz ebenfalls im Sperrbereich liegt, soll der Nahverkehr von 8 Uhr an eingestellt werden. Der Fernverkehr fährt voraussichtlich noch bis 10 Uhr durch. Ein Schienenersatzverkehr soll zwischen Birkenwerder und Oranienburg eingerichtet werden.

Ab dem Nachmittag wieder Normalität

Die Stadt rechnet damit, dass der Sperrkreis am Nachmittag wieder aufgehoben werden kann. Die Aufhebung soll per Sirenensignal mitgeteilt werden. Solange darf sich niemand darin aufhalten. Anlaufstellen für Betroffene sind das Regine-Hildebrandt-Haus in der Sachsenhausener Straße sowie das Bürgerzentrum in der Albert-Buchmann-Straße. Halten sich Unbefugte im Sperrbereich auf, kann ein Verfahren wegen Ordnungswidrigkeit drohen.

Es ist die 209. Bombe in Oranienburg seit der ersten Zählung am 23. Oktober 1991. Im Uferbereich des Treidelweges wurden zuletzt zwei Bomben gefunden, die die Sprengmeister entschärfen konnten. Zuletzt war nach Angaben der Stadt eine Bombe im Wald zwischen Gewerbepark Nord und Klinkerhafen gesprengt worden.