• Opfer berichten der Polizei: Mehr als 280 000 Euro Schaden durch „falsche Polizisten“

Opfer berichten der Polizei : Mehr als 280 000 Euro Schaden durch „falsche Polizisten“

Immer wieder geben sich Kriminelle als "falsche Polizisten" aus. Acht Mal waren Betrüger in den vergangenen zwölf Monate mit der Masche erfolgreich. Die Polizei sprach mit zwei Opfern.

Immer wieder geben sich Betrüger als Polizeibeamte aus.
Immer wieder geben sich Betrüger als Polizeibeamte aus.Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Brandenburg an der Havel - Mehr als 1000 Betrugsversuche durch „falsche Polizisten“ wurden in den vergangenen zwölf Monate im Bereich der Polizeidirektion West gezählt. Wie die Polizeidirektion in Brandenburg an der Havel am Dienstag mitteilte, waren die Täter acht Mal erfolgreich und erbeuteten dabei mehr als 280 000 Euro. 

Es werde davon ausgegangen, dass nicht alle Betrugsversuche angezeigt würden, hieß es. Bei der Betrugsmasche bringen die Täter oft ältere Menschen um ihr Erspartes. Sie versuchen die Betroffenen zu überreden, ihnen Geld oder Wertsachen auszuhändigen, um sie angeblich sicher zu verwahren oder auf Spuren zu untersuchen. 

[Was ist los in Potsdam und Brandenburg? Die Potsdamer Neuesten Nachrichten informieren Sie direkt aus der Landeshauptstadt. Mit dem neuen Newsletter Potsdam HEUTE sind Sie besonders nah dran. Hier geht's zur kostenlosen Bestellung.]

Opfer berichten über den Betrug

Unter den Opfern sind auch Klaus-Dieter Seidel und seine Lebensgefährtin Corinna Dietrich (Namen geändert). Wie die Polizei mitteilte, wurde der 83-Jährige im April 2020 von einer falschen Polizistin um mehrere Zehntausend Euro Bargeld betrogen. Mit einer Pressesprecherin der Polizeidirektion sprachen sie über das Erlebnis - um andere Bürger und Bürgerinnen zu warnen.

Dem Paar wurde am Telefon von einer Frau vorgegaukelt, dass flüchtige Verbrecher es auf sie abgesehen haben. Auch private Dinge über den 83-Jährigen hatte die Frau in Erfahrung gebracht. Schließlich legten die Opfer das Bargeld, das sie im Haus hatten, wie gefordert draußen ab, damit ein Komplize es sich holen konnte. 

Kurz darauf erzählte die "falsche Polizistin", dass die zwei Verbrecher gefasst worden seien. "Dann hieß es, dass ein verdeckter Ermittler uns das Geld noch am selben Abend zurückbringt und gab uns eine Telefonnummer, wo wir uns melden sollen, falls etwas nicht klappt", sagte Dietrich. "Aber es kam niemand. Und als wir dann die angegebene Telefonnummer anriefen, hatte ich tatsächlich einen Polizisten am Telefon, der mir sofort sagte, dass wir betrogen wurden."

Die Polizei rät:

•    Lassen Sie sich nicht ausfragen! Geben Sie keine familiären oder finanziellen Details preis (keine Auskünfte über Namen von Verwandten und über Ihr Geldvermögen im Haus oder auf Ihren Konten; keine Angaben zu Ihrem Geldinstitut oder Ihrer Kontonummer). 
•    Lassen Sie sich nicht durch dubiose Geschichten unter Druck setzen. 
•    Übergeben Sie kein Geld, Schmuck oder andere Vermögenswerte an Personen, die Sie nicht persönlich kennen - AUCH NICHT an die POLIZEI!
•    Die Polizei wird sie niemals mit der Nummer 110 anrufen. 
Wenn diese Nummer im Display auftaucht, können Sie sicher sein, dass Betrüger ihr Glück versuchen.
•    Notieren Sie sich, wenn möglich, die auf dem Sichtfeld Ihres Telefons angezeigte Telefonnummer des Anrufers. Das kann bei den späteren Ermittlungen der Kriminalpolizei hilfreich sein. 
•    Haben Sie bereits eine Geldübergabe vereinbart? Informieren Sie noch vor dem Übergabetermin die Polizei. Sie erreichen die Polizei unter der Rufnummer: 110! 
•    Erstatten Sie Strafanzeige bei der Polizei, wenn Sie Opfer geworden sind. 
•    Lassen Sie sich kostenlos beraten, nehmen Sie Kontakt mit der örtlich zuständigen Polizeidienststelle auf. (dpa/cmü)


Mehr lesen? Hier die PNN gratis testen.