• Oberbürgermeisterwahl in Frankfurt Oder: René Wilke gewinnt an der Oder

Oberbürgermeisterwahl in Frankfurt Oder : René Wilke gewinnt an der Oder

Die Brandenburger Linke stellt erstmals einen Oberbürgermeister in einer kreisfreien Stadt: René Wilke setzte sich bei der Stichwahl in Frankfurt (Oder) am Sonntag klar gegen seinen Mitbewerber und Namensvetter, den Amtsinhaber Martin Wilke (parteilos) durch.

René Wilke.
René Wilke.Foto: Bernd Settnik/dpa

Frankfurt (Oder) - René Wilke, Abgeordneter im Brandenburger Landtag, kam laut vorläufigem Endergebnis auf 62,5 Prozent der Stimmen, Martin Wilke holte 37,5 Prozent. Der 33-jährige Linke-Politiker Wilke ist damit auch jüngster Oberbürgermeister in Brandenburg.


Zum zweiten Mal innerhalb von zwei Wochen waren knapp 49.000 Wahlberechtigte in Frankfurt (Oder) am Sonntag dazu aufgerufen, einen neuen Oberbürgermeister zu wählen. Im ersten Wahlgang hatte Herausforderer René Wilke, Fraktionsvorsitzender der Linken im Frankfurter Stadtparlament, 43,4 Prozent der Wählerstimmen erhalten und sich damit gegen vier andere Kandidaten durchgesetzt. René Wilke wurde auch von den Grünen und der Frankfurter Bürger-Initiative unterstützt, einem Bündnis, das sich Anfang des Jahres gegründet hat und sich offen für einen Neustart in Politik und Verwaltung der Oderstadt stark macht. Amtsinhaber Martin Wilke trat als Einzelkandidat an. Ihm wurde von politischen Gegnern vorgeworfen, für die schlechte wirtschaftliche Lage der 58.000-Einwohner-Stadt verantwortlich zu sein. Das Minus in der Stadtkasse hat sich in den vergangenen Jahren auf jetzt rund 131 Millionen Euro summiert, der Haushalt für das vergangene Jahr wurde von der Kommunalaufsicht bisher nicht genehmigt.


Der neue Stadtchef René Wilke ist in Frankfurt (Oder) geboren und abgesehen von fünfeinhalb Kindheitsjahren in Moskau auch dort aufgewachsen. Studiert hat er Kulturwissenschaften, Politik- und Verwaltungswissenschaften sowie Psychologie an der Europauniversität Viadrina in Frankfurt (Oder) und an der Fernuniversität Hagen. Im Landtag machte er von sich reden, als er sich in einer Abstimmung über die umstrittene Kreisgebietsreform der Stimme enthielt.