• Nordmanntanne, Rotfichte oder Coloradotanne: Erste märkische Weihnachtsbäume werden geschlagen

Nordmanntanne, Rotfichte oder Coloradotanne : Erste märkische Weihnachtsbäume werden geschlagen

Zu Weihnachten soll der Baum in der Wohnung eine Schönheit sein und möglichst aus der Region stammen. Die Preise bewegen sich auf dem Niveau des Vorjahres.

Gudrun Janicke
Nordmanntannen auf dem Gelände vom Werderaner Tannenhof.
Nordmanntannen auf dem Gelände vom Werderaner Tannenhof.Foto: ZB

Potsdam - Das Weihnachtsbaumgeschäft hat für die märkischen Produzenten bereits begonnen. Bäume wie Nordmanntannen, Rotfichten oder Coloradotannen werden jetzt ausgewählt und die ersten auch schon geschlagen. „In diesem Jahr liegen die Preise nach ersten bislang vorliegenden Informationen aus den Betrieben pro laufender Meter bei 20 bis 22 Euro“, sagte Andreas Jende, Geschäftsführer des Gartenbauverbandes Berlin-Brandenburg. Das sei etwa so viel wie im Vorjahr. Bis zum Verkaufsstart könnte sich das aber noch ändern.

Etwa 80 bis 90 Arbeitsstunden fallen pro Jahr für Hege und Pflege eines künftigen Weihnachtsbaumes an, sagte Jende. Erst nach acht bis neun Jahren seien sie erntereif.

Entspanntere Saison als in den Vorjahren

„Die Saison war aufgrund der guten Niederschlagsverteilung, vor allem ab Mitte Juni wesentlich entspannter als in den beiden Vorjahren“, sagte er. Der Boden sei schön feucht gewesen, und die Jungbäume mussten nicht unter Hitzeextremen leiden, die ihnen vor allem in der Hauptwachstumsphase zu schaffen machten. Da benötigten sie ausgeglichene Temperaturen.

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Nach Angaben des Landesamtes für Statistik haben in Brandenburg fast 60 Betriebe auf knapp 600 Hektar Weihnachtsbäume stehen. 2020 waren es 51 Betriebe, die 524 Hektar bewirtschafteten. Sechs Baumschulen produzieren Setzlinge auf etwa 4,2 Hektar.

„Wenn es einen guten Direktvermarktungsstandort gibt, lassen sich Weihnachtsbäume sehr gut im Erlebnisverkauf absetzen“, sagte Jende. Die Arbeitskosten für Erzeugung und Pflege seien nicht unbeträchtlich. Zudem stiegen durch den Mindestlohn auch die Kosten, die durch den Kaufpreis ausgeglichen werden müssten. „Eine Achillesferse ist in diesem Jahr die Gewinnung von Verkäufern, die für die relativ kurze Beschäftigungszeit von sechs Wochen bereitstehen müssen“, sagte Jende. Der Arbeitsmarkt sei nicht mehr so groß.

Susanne Soballa, Mitarbeiterin vom Werderaner Tannenhof, kennzeichnet Nordmanntannen mit Preisschildern.
Susanne Soballa, Mitarbeiterin vom Werderaner Tannenhof, kennzeichnet Nordmanntannen mit Preisschildern.Foto: ZB

Trend zur Regionalität

Beim Betrieb Tannen-Jung in Zernitz (Landkreis Ostprignitz-Ruppin), mit 300 Hektar einer der größten märkischen Produzenten, stehen derzeit etwa zwei Millionen Bäume im unterschiedlichen Alter. Durchschnittlich neun bis elf Jahre bleiben die Bäume auf den Flächen, sagte Geschäftsführer Matthias Jung.

Über 15 eigene Verkaufsstände werden seine Bäume im Land verkauft. „Das Gros der diesjährigen Ernte ist aber schon verplant: Es geht an eine Supermarkt-Kette und einen Discounter.“ Das spreche für den Trend zur Regionalität, betonte der Geschäftsführer des Gartenbauverbandes.

Beim Werderaner Tannenhof mit seiner knapp 70 Hektar großen Plantage wachsen zehn verschiedene Sorten, meist Nordmanntannen. Verkauft werde über 30 Stände in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, sagte Geschäftsführerin Karin Lorenz. „Aber auch die angebotenen Events auf dem Hof in Werder locken vor allem Familien an.“ In der Vorweihnachtszeit sei man bereits gut gebucht, auch von Firmen. „Dann können sich die Besucher „ihren“ Baum aussuchen und selbst schlagen.“ Dazu gebe es Glühwein, Essen, Musik und Verkaufsstände. (dpa)

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