• Neue Corona-Regeln in Brandenburg: Brandenburg lässt mehr Fans in Fußballstadien

Neue Corona-Regeln in Brandenburg : Brandenburg lässt mehr Fans in Fußballstadien

Bis zu 20 Prozent Zuschauer dürfen wieder in große Arenen in Brandenburg. Bayern und Nordrhein-Westfalen hingegen verschärfen regional die Maßnahmen.

Georg ismar
Ab sofort erlaubt Brandenburg wieder mehr Fans bei Sportveranstaltungen wie im Karl-Liebknecht-Stadion - hier ein Bild von 2019.
Ab sofort erlaubt Brandenburg wieder mehr Fans bei Sportveranstaltungen wie im Karl-Liebknecht-Stadion - hier ein Bild von 2019.Foto: Sebastian Gabsch PNN

Potsdam/Berlin - Der Anstieg der Corona-Infektionen führt in einzelnen Regionen Deutschlands zu spürbaren neuen Einschränkungen. In den ersten Städten und Landkreisen wurden Kontaktbeschränkungen und Hygieneregeln verschärft, weil die kritische Neuinfektionsgrenze von wöchentlich 50 Fällen pro 100.000 Einwohner gerissen wurde. Hotspots liegen in Nordrhein-Westfalen und Bayern. Aber auch im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg ist der Wert auf über 50 je 100.000 Einwohner in sieben Tagen gestiegen. Für das Land Brandenburg hingegen gelte hinsichtlich der Corona-Neuinfektionen eine „sehr stabile Situation“, sagte Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) am Dienstag. Der höchste Corona-Wert für Brandenburg lag zuletzt im Landkreis Elbe-Elster bei 7,8 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in einer Woche, der brandenburgische Gesamtwert lag am Dienstag bei 3,7. Die Zahl neuer Corona-Infektionen stieg landesweit aber wieder stärker – um 23 Fälle.

Absolutes Alkoholverbot in Stadien

Das Land kündigte an, ab sofort mehr Zuschauer bei Sport-Großveranstaltungen zuzulassen. Nonnemacher erklärte, dass ab sofort in großen Stadien und Hallen wieder mehr als 1000 Fans erlaubt seien. Das gelte allerdings zunächst ausschließlich für Sportveranstaltungen, nicht für kulturelle Events. Das rot-schwarz-grüne Kabinett entschied am Dienstag in Potsdam, dass bei einer Kapazität von mindestens 5000 Plätzen ein Fünftel belegt werden darf – das ist mehr als die alte Grenze von 1000 Zuschauern. „Das Ganze ist aber flankiert von ganz klaren Auflagen“, sagte Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne). Ein strenges Hygienekonzept müsse vorliegen, Hygieneregeln und der Mindestabstand von 1,5 Metern müssten eingehalten werden, die Tickets müssen personalisiert sein, jedem Zuschauer muss ein fester Platz zugewiesen werden. Und: Es gilt ein absolutes Alkoholverbot.

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Die Regelung dürfte nicht für viele Stadien oder Hallen in Brandenburg gelten. Das Stadion der Freundschaft in Cottbus fasst zum Beispiel nach Angaben von Energie Cottbus 22.528 Plätze, ein Fünftel wären rund 4500 Zuschauer. Das Potsdamer Karl-Liebknecht-Stadion, in dem Turbine Potsdam und SV Babelsberg 03 spielen, hat fast 10.800 Zuschauerplätze, ein Fünftel wären über 2100. „Natürlich freuen wir uns auch, wenn jetzt wieder mehr Fans auch mal in ein Stadion gehen können“, sagte Nonnemacher. Sie hoffe aber auch „sehr inständig, dass die Regeln eingehalten werden“. Die Länder hatten sich zuvor auf eine Fan-Rückkehr in Stadien und Hallen mit einer Auslastung von 20 Prozent geeinigt, zunächst als Testphase von sechs Wochen. Sport-Großveranstaltungen dürfen nur stattfinden, wenn es in der Stadt oder Region nicht mehr als wöchentlich 35 neue Fälle pro 100.000 Einwohner gebe.

Werte in anderen Regionen Deutschlands überschritten

Die Grenzwerte werden aber in immer mehr Regionen in Deutschland überschritten. In Nordrhein-Westfalen hat sich Hamm mit bis zu 87 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen zu einem Hotspot entwickelt und führt Beschränkungen ein: Im öffentlichen Raum dürfen sich nur noch fünf Menschen oder zwei Haushalte treffen. Lehrer und Schüler an weiterführenden Schulen müssen auch im Unterricht Masken tragen. Das bayerische Kabinett beschloss, dass bei einem Überschreiten des Werts von 50 in bayrischen Kommunen künftig auf stark besuchten öffentlichen Plätzen eine Maskenpflicht und ein Alkoholverbot gelten muss. Die bayrische Landeshauptstadt München aber auch Würzburg haben die kritische Neuinfektionsgrenze von 50 überschritten.

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