• Naturschutz in Brandenburg: Streit über Umgang mit Wölfen

Naturschutz in Brandenburg : Streit über Umgang mit Wölfen

Landnutzer ziehen sich aus Gesprächen zurück. Auslöser für den Rückzug der Verbände ist eine Richtlinie zur Schadensprävention. Minister Axel Vogel (Grüne) bedauert die Entwicklung.

Benjamin Lassiwe
Das Wolfsmanagement entzweit Politik und Landnutzer. 
Das Wolfsmanagement entzweit Politik und Landnutzer. Foto: dpa

Potsdam - Brandenburgs Landnutzerverbände haben sich aus allen Gremien des Wolfsmanagements zurückgezogen. Lediglich der den Grünen nahestehende „Ökologische Jagdverband“ und der eng mit dem Naturschutzbund NABU kooperierende Schafzuchtverband Brandenburg gehören der „Grundsatzarbeitsgruppe Wolf“ im Brandenburger Umweltministerium weiter an. Die „Freien Bauern“ hatten schon vor einiger Zeit das Ende ihrer Mitarbeit verkündet.

„Wir können es nicht mehr verantworten, die völlig unrealistische Politik des Landes Brandenburgs bezüglich der weiteren Ausbreitung der Wolfsbestände mitzutragen“, sagte der Präsident des Landesbauernverbands, Henrik Wendorff, der auch Vorstandsmitglied im Forum Natur, dem Dachverband der Landnutzerverbände ist. Auslöser für den Rückzug der Verbände war eine Richtlinie zur Schadensprävention. 

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Das Ministerium hatte zur Diskussion eingeladen. Doch die Richtlinie war von Minister Axel Vogel (Grüne) bereits unterschrieben, als sie den Landnutzern zugesandt wurde. Zudem soll der zuständige Referatsleiter die Debatte bei der letzten Sitzung der Arbeitsgruppe mit der Bemerkung eingeleitet haben, dass über die Vorschläge der Landnutzer gar nicht mehr diskutiert werden müsse. „Es ist das Verhandlungsklima“, kritisiert der Geschäftsführer des Forums Natur, Gregor Beyer.

Minister Vogel bedauerte den Gesprächsabbruch

Dagegen verweist der Ökologische Jagdverband in einer Pressemitteilung darauf, dass das Land mit der Vorlage einer neuen Förderrichtlinie für den Herdenschutz den Forderungen der Landnutzer entsprochen habe. Weidetierhalter erhielten in Brandenburg demnächst nicht nur wie bisher die Anschaffung von Zäunen und Herdenschutzhunden zu 100 Prozent finanziert, sondern auch Beihilfen von bis zu 30 000 Euro pro Jahr für den Unterhalt von Zäunen und Hunden.

Minister Vogel bedauerte den Gesprächsabbruch durch die Landnutzer, wird von seinen Koalitionspartnern deshalb auch unter Druck gesetzt. Das Ministerium sollte nicht leichtfertig auf die Expertise der Landnutzer verzichten, fordern die Umwelt- und Agrarpolitiker von CDU und SPD. 

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