NAHVERKEHR : U 2 wird im Osten komplett eingestellt

Das Leck ist gefunden – aber die Berliner U-Bahnlinie U 2 bleibt zwischen den Stationen Mohrenstraße und Potsdamer Platz weiter unterbrochen. Und ab 7. April fahren keine Züge zwischen Potsdamer Platz und Pankow.

Klaus Kurpjuweit
Da war’s. Projektleiter Fettchenhauer zeigt auf die Sandberge vor den Schlitzwänden, hinter denen das Leck entstanden war. Provisorisch ist es jetzt abgedichtet.
Da war’s. Projektleiter Fettchenhauer zeigt auf die Sandberge vor den Schlitzwänden, hinter denen das Leck entstanden war....Foto: Kai-Uwe Heinrich

Berlin - Bis zu zwei Wochen wird es dauern, ehe auf der Linie U 2 wieder Züge fahren können, wurde am Montag bekannt. Der Verkehr war am Freitagmittag wegen eines Wassereinbruchs unmittelbar am Tunnel der U-Bahn auf der Baustelle für ein neues Einkaufszentrum am Leipziger Platz eingestellt worden, weil nicht ausgeschlossen werden kann, dass unter dem Tunnel der U-Bahn ein Hohlraum entstanden ist. Ab dem Wochenende soll der Verkehr dann zwischen Potsdamer Platz und Pankow eingestellt werden. Parallel dazu ist auch der Verkehr der S-Bahn auf dem Ostring unterbrochen.

Projektleiter Andreas Fettchenhauer, der bereits den Bau von 17 Shopping-Centern geleitet hat, ist sich zwar sicher, dass es unter dem Tunnel keinen Hohlraum gibt, doch bevor dies nicht auch durch ein Gutachten bestätigt ist, wird der Betrieb nicht aufgenommen.

Das Leck in der Schlitzwand, die das Grundwasser der Umgebung fernhalten soll, ist nach Fettchenhauers Angaben an der Stelle entstanden, an der die Wände der Baugrube und die des Tunnels der U-Bahn an der Voßstraße aufeinandertreffen. Der Tunnel durchquert die Baugrube, die links und rechts von ihm ausgehoben ist. Als vor Jahrzehnten der U-Bahnbau in Berlin begann, ließ man die Tunnel unmittelbar unter der Straßenoberfläche anlegen. Die Bauleute hätten gut gearbeitet, lobte Fettchenhauer am Montag, als er die bis zu zweiwöchige Sperrung bestätigte.

Bisher habe es keine Schäden am Tunnel gegeben – weder jetzt durch das Leck noch beim Bau der Schlitzwände, was mit erheblichen Erschütterungen verbunden gewesen sei. Das Leck, das jetzt durch aufgeschütteten Sand verschlossen worden ist, auf Dauer abzudichten, ist nach Fettchenhauers Angaben nicht schwierig. Auch ein eventuell doch entstandener Hohlraum lasse sich leicht verfüllen.

Wenn wie erwartet der Abschnitt am Wochenende noch nicht befahren werden kann, wird die BVG die Strecke vom Potsdamer Platz bis Pankow komplett einstellen. Planmäßig war vorgesehen, vom 7. bis zum 10. April zunächst den Bereich Pankow–Stadtmitte zu unterbrechen; danach sollten bis zum 16. April nur zwischen Pankow und Rosa-Luxemburg- Platz keine Züge fahren. Diese planmäßigen Sperrungen sind erforderlich, weil Signale und Weichen an ein elektronisches Stellwerk angeschlossen werden.

Ein mehrfaches Umsteigen wolle man den Fahrgästen nicht zumuten, heißt es bei der BVG. Es sei weniger beschwerlich, wenn die Busse auf der gesamten Strecke zwischen Potsdamer Platz und Pankow rollen. Nachteil dabei ist, dass gleichzeitig auch der Ostring der S-Bahn zwischen Schönhauser Allee und Neukölln/Baumschulenweg unterbrochen ist. Dort wird ein elektronisches Stellwerk angeschlossen, außerdem werden Gleise der Ringbahn zur neuen Halle am Ostkreuz gelegt, in der am 16. April zum ersten Mal Züge halten sollen.

Ursprünglich war der Zeitplan so angelegt, dass die Sperrungen bei der U - und S-Bahn nicht zeitgleich erfolgt wären. Die Bahn hatte dann aber ihre Unterbrechung eigenmächtig verlängert. Ein Verschieben sei nicht mehr möglich gewesen – weder bei der S- noch bei der U-Bahn.

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