• Nach Schulterschluss mit AfD: Linke-Landesvorsitzende wollen Fraktionschef ausschließen

Nach Schulterschluss mit AfD : Linke-Landesvorsitzende wollen Fraktionschef ausschließen

Eine gemeinsame Pressekonferenz von Linke und AfD-Vertretern im südbrandenburgischen Forst sorgte bundesweit für Schlagzeilen. Nun sollen Konsequenzen für den im Fall von Ingo Paeschke gezogen werden. Er lehnt einen Rücktritt ab.

Klaus Peters
Ingo Paeschke, Linke-Fraktionschef in der Stadtverordnetenversammlung von Forst, wird ein Tabubruch vorgeworfen. 
Ingo Paeschke, Linke-Fraktionschef in der Stadtverordnetenversammlung von Forst, wird ein Tabubruch vorgeworfen. Foto: K. Kunipatz/Lausitzer Rundschau/dpa

Potsdam - Wegen eines umstrittenen Auftritts mit der AfD fordern die beiden Brandenburger Linke-Vorsitzenden, den Fraktionschef in der Forster Stadtverordnetenversammlung, Ingo Paeschke, aus ihrer Partei auszuschließen. „Die klare Erwartung des Landesvorstandes war, dass sich Herr Paeschke zu diesem Fehler bekennt und die persönliche Verantwortung dafür übernimmt“, betonten die beiden Linke-Politikerinnen Anja Mayer und Katharina Slanina am Mittwoch (03.06.2020) in einer gemeinsamen Erklärung. „Das ist nicht der Fall - im Gegenteil.“ Paeschke hatte am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur erklärt, er lehne den vom Landesvorstand geforderten Rücktritt ab.

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Der Linke-Fraktionschef war unter Druck geraten, nachdem die Stadtfraktionen der Linken und der AfD in Forst (Spree-Neiße) nach Angaben der Linken vor zwei Wochen einem Antrag der Fraktion „Gemeinsam für Forst“ zugestimmt hatten, der einen Neubau für einen Jugendclub vorsah: Denn Paeschke hatte dann dazu eine gemeinsame Pressekonferenz mit den beiden anderen Fraktionen gegeben, die für viel Aufsehen sorgte.

Paeschke geht auf offenen Konfrontationskurs

„Eine Zusammenarbeit mit der AfD in jeglicher Form ist für die Linke ausgeschlossen! Diesen Grundkonsens hat Ingo Paeschke verlassen und schließt dies offenbar auch für die Zukunft nicht aus“, erklärten die Landesvorsitzenden. „Wir werden dem Landesvorstand daher nunmehr die Einleitung eines Parteiausschluss-Verfahrens empfehlen.“

Der Linke-Fraktionschef war zuvor auf offenen Konfrontationskurs zum Landesvorstand gegangen. „Ich werde nicht zurücktreten“, sagte er am Mittwoch. „Auf unserer Fraktionssitzung am Dienstagabend gab es auch keinen entsprechenden Antrag.“ Aus seiner Sicht gebe es einen weiteren Grundsatz in der Politik, meinte er. „Kommunalpolitik findet auf lokaler Ebene und Landespolitik auf Landesebene statt.“ Einem Parteiausschlussverfahren sehe er gelassen entgegen, sagte Paeschke. „Wenn jemand meint, einen Linke-Politiker ausschließen zu müssen, der seit 17 Jahren in der Partei ist und dreimal Bürgermeister-Kandidat war, dann soll er das tun.“ dpa

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