• Nach Corona-Gipfel: Schärfere Regeln für Gaststätten und Bars in Brandenburg

Nach Corona-Gipfel : Schärfere Regeln für Gaststätten und Bars in Brandenburg

Brandenburg wird die Bund-Länder-Beschlüsse voraussichtlich übernehmen. Ministerpräsident Woidke kündigt eine schärfere Beschränkungen für Lokale an. Die Wirtschaft reagiert mit Kritik.

Oliver von Riegen
Mancherorts gilt die 2G-plus-Regel bereits.
Mancherorts gilt die 2G-plus-Regel bereits.Foto: dpa

Potsdam - Brandenburg führt für Gaststätten, Bars und Kneipen die 2G-plus-Regel ein. Wer geimpft oder genesen ist, müsse künftig entweder einen negativen Corona-Test vom gleichen Tag oder eine Auffrischungsimpfung nachweisen, kündigte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Freitag nach einer Vereinbarung von Bund und Ländern an. Das Kabinett werde die Corona-Verordnung spätestens am 18. Januar ändern. Außerdem wird die Quarantäne-Zeit verkürzt. Damit plant Brandenburg zunächst eine Umsetzung der Beschlüsse.

Der Regierungschef verteidigte die Beschränkungen. „Durch Omikron steigen die Zahlen jetzt (...) deutlich“, sagte Woidke. Wegen vieler gleichzeitiger Infektionen und eines zu geringen Anteils Geimpfter bleibe die Gefahr einer starken Belastung des Gesundheitssystems. Er rief dazu auf, vor allem bei Booster-Impfungen zügig voranzukommen. „Sie schützen neben Kontaktvermeidung am besten vor Omikron. Und für Personen, die geboostert sind, gibt es keine neuen Einschränkungen.“

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Gastronomie: Bisher gilt in Gaststätten die 2G-Regel mit Zutritt für Geimpfte und Genesene, ausgenommen Kinder unter 14 Jahren. Künftig ist in Restaurants, Cafés, Bars und Kneipen zudem ein Test oder eine Auffrischungsimpfung nötig. Clubs und Diskotheken bleiben zu.

Reaktionen: Der Brandenburger Hotel- und Gaststättenverband warnte vor 2G plus. „Das wäre eine zusätzliche Belastung für die Betriebe“, sagte Olaf Lücke, Hauptgeschäftsführer des Dehoga Brandenburg. Viele Gäste würden dann auf einen Restaurantbesuch verzichten. Die Industrie- und Handelskammern Brandenburg forderten Hilfe. In Gastronomie und Beherbergungsgewerbe, die auch unter Fachkräftemangel litten, spitze sich die Lage bis zur Existenzbedrohung zu, sagte der Präsident der IHK Potsdam, Peter Heydenbluth. Woidke verwies darauf, dass die Überbrückungshilfe IV auch für Gaststätten gelten solle, die den Betrieb wegen Corona vorübergehend schließen.

Isolation und Quarantäne: Die Zeit wird von 14 auf 10 Tage verkürzt mit der Möglichkeit einer Freitestung nach 7 Tagen. Schüler und Kitakinder können sich nach fünf Tagen freitesten. Mit einer Booster-Impfung entfällt die Quarantäne für Kontaktpersonen.

Kultur: Für Theater, Kinos und Museen gilt weiter die 2G-Regel. Veranstalter können sich für 2G plus entscheiden.

Treffen: Die Kontaktbeschränkungen bleiben bestehen. Bei Treffen von Geimpften oder Genesenen können bis zu zehn Personen zusammenkommen. Ohne Impfung können neben dem eigenen Haushalt zwei weitere Personen dabei sein, Kinder unter 14 Jahren sind ausgenommen.

Masken: Woidke verwies darauf, dass die Ministerpräsidentenkonferenz das Tragen einer FFP2-Maske im Einzelhandel, in öffentlichen Bussen und Bahnen oder bei Kulturveranstaltungen empfiehlt.

Linksfraktionschef Sebastian Walter forderte kostenlose Schnelltests und kostenlose FFP2-Masken. „Die Gefahr der Ansteckung darf keine Frage des Geldes sein“, sagte er.

Corona-Lage: Die Zahl der Ansteckungen bleibt auf hohem Niveau. Nach Daten des Robert Koch-Instituts vom Samstag infizierten sich 481,4 Menschen je 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche mit dem Virus, nach 356,2 vor einer Woche. (dpa)

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