• Ministerpräsident nimmt Bund in die Pflicht: Woidke fordert Impfgipfel mit Bundesregierung

Ministerpräsident nimmt Bund in die Pflicht : Woidke fordert Impfgipfel mit Bundesregierung

Impfen sei der einzige Ausweg aus der Pandemie, so Brandenburgs Regierungschef. Am Donnerstag kamen in der Mark 883 Infektionen hinzu.

Oliver von Riegen
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD).
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD).Foto: dpa

Potsdam - Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) dringt in der Corona-Pandemie auf mehr Impfstoff und fordert einen neuen Impfgipfel von Bund und Ländern. "Impfen ist der einzige Ausweg aus der Pandemie und den Beschränkungen der Grundrechte. Wir brauchen dringend mehr Impfstoff", sagte Woidke am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur in Potsdam. 

"Der Bund ist in der Pflicht, die Impfstoffversorgung sicherzustellen und für zuverlässige und planbare Lieferung zu sorgen. Deshalb fordern wir dringend einen Impfgipfel der Länder mit der Bundesregierung." Im März stimmten sich Bund und Länder bereits auf einem Impfgipfel ab.

[Was ist los in Potsdam und Brandenburg? Die Potsdamer Neuesten Nachrichten informieren Sie direkt aus der Landeshauptstadt. Mit dem neuen Newsletter Potsdam HEUTE sind Sie besonders nah dran. Hier geht's zur kostenlosen Bestellung.]

Unter 60-Jährige, die eine Erstimpfung mit Astrazeneca hatten, sollen bei der zweiten Impfung nach einer Vereinbarung der Gesundheitsminister von Bund und Ländern auf ein anderes Präparat umsteigen. Der Grund sind Verdachtsfälle auf eine Hirnvenen-Thrombose nach der Impfung mit Astrazeneca. 

Das hat in Brandenburg Folgen: Für die Impfzentren werden vorerst keine neuen Termine für Erstimpfungen mit den Impfstoffen von Biontech und Moderna vergeben. Denn für rund 60 000 Menschen müssen die notwendigen Zweitimpfungen, die ursprünglich mit dem Präparat von Astrazeneca vorgesehen waren, neu geplant werden. 

Brandenburgs Innenminister Michael Stübgen (CDU) hatte zuvor den vorläufigen Stopp von Erstimpfungen verteidigt. Es gebe eine klare Aufforderung, zunächst die Zweitimpfungen von Menschen unter 60 Jahren abzusichern, die ihre erste Dosis mit Astrazeneca erhalten hätten, sagte Stübgen im RBB-Inforadio am Donnerstag. „Sobald wir mehr Impfstoff haben, können wir auch wieder bei den Erstimpfungen fortfahren“. Brandenburg sei in der Lage, in einer Woche deutlich mehr als 200 000 Menschen zu impfen, sagte Stübgen.

Brandenburgs Innenminister Michael Stübgen (CDU).
Brandenburgs Innenminister Michael Stübgen (CDU).Foto: ZB

Bisher sind in Brandenburg nach Angaben des Impflogistik-Stabes 598.485 Impfungen verabreicht worden (Stand 14. April). Das seien 24.567 mehr gemeldete Impfungen als am Vortag.

448.918 Personen wurden einmal geimpft. Das entspricht nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) einer Quote von 17,8 Prozent der Bevölkerung. 149.567 Menschen aus Brandenburg sind vollständig geimpft. Das entspricht laut RKI einer Quote von 5,9 Prozent.

883 Neuinfektionen in Brandenburg

Brandenburg hat am Donnerstag 883 Infektionen mit dem Coronavirus vermeldet. Die meisten Fälle wurden aus Potsdam-Mittelmark erfasst (82). Am Mittwoch waren 569 Ansteckungen hinzugekommen, vor einer Woche waren es 551. Bisher haben sich in Brandenburg 94.973 Menschen mit dem Coronavirus infiziert.

85.342 Personen gelten als genesen, das sind 709 mehr als am Vortag. Die Zahl der aktuell Erkrankten stieg um 158 auf 6203. 16 Todesfälle kamen hinzu. Seit Beginn der Pandemie kamen in der Mark 3429 Menschen in Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung ums Leben.

Die 7-Tage-Inzidenz für Brandenburg stieg auf 155,3. Von den 14 Kreisen und vier kreisfreien Städten in Brandenburg weist nur Potsdam (88,7) eine Inzidenz von unter 100 auf. In Potsdam-Mittelmark wurde die kritische Marke am Donnerstag übertroffen (122,4). Im Kreis Spree-Neiße (282,3) ist die Inzidenz am höchsten.

Landesweit liegen nach Angaben des Gesundheitsministeriums 530 Patienten wegen einer Covid-19-Erkrankung im Krankenhaus, davon werden 156 intensivmedizinisch betreut, hiervon müssen 134 beatmet werden. Am Mittwoch wurden 554 Corona-Patienten behandelt. (dpa/mit cmü)


Mehr lesen? Hier die PNN gratis testen.