• Militärflieger musste offenbar notlanden: Bundespolizei sperrt eine Landebahn am BER für US-Kampfjet

Militärflieger musste offenbar notlanden : Bundespolizei sperrt eine Landebahn am BER für US-Kampfjet

Am Sonnabend musste ein Tarnkappenjet der US-Luftwaffe am Flughafen BER notlanden. Der Flugbetrieb war kurzfristig beeinträchtigt.

Zwei F-35 der US Air Force, die im Februar nach Estland verlegt worden sind.
Zwei F-35 der US Air Force, die im Februar nach Estland verlegt worden sind.Foto: U.S. Air Force/HandoutREUTERS

Schönefeld - Am Sonnabend ist am Flughafen BER die südliche Start- und Landebahn nach einer Notlandung eines US-Kampfjets gesperrt worden. Anfliegende Passagiermaschinen mussten mehrere Warteschleifen über Berlin und Brandenburg drehen, bevor sie in Schönefeld landen konnten.

Bei der Militärmaschine handelt es sich nach den bislang vorliegenden Informationen um ein Tarnkappen-Kampfflugzeug der US-Luftwaffe. Die F35 habe eine Luftnotlage gemeldet, hieß es aus Militärkreisen. Entgegen anderslautenden Berichten soll aber nur eine F35 auf dem BER stehen, eine Begleitmaschine setzte ihren Flug fort.

Die F35 mit dem technischen Defekt war erstmals über der Lausitz als Notfall von Nutzern der Flightradar-App bemerkt worden, sie flog den BER aus Südosten an. Gegen Mittag landete die Maschine dann auf dem BER, eine Begleitmaschine, ebenfalls ein US-Kampfflugzeug, startete aber wieder in Richtung Osten durch, wie Augenzeugen und Anwohner dem Tagesspiegel berichteten.

Kurzzeitig war die am Flughafen BER gerade gelandete F35 dann im Flightradar zunächst mit einer Notfall-Kennung markiert. Sie ist auf der südlichen Landbahn geparkt worden.

Die Bundespolizei sicherte den Bereich um die Parkposition ab, wollte sich aber offiziell nicht näher zu dem Einsatz äußern. Ein Sprecher wollte  nicht einmal bestätigen, dass dort ein US-Kampfflugzeug steht.

Auch das Bundesverteidigungsministerium äußerte sich nicht, die Luftwaffe sei nicht beteiligt, sagte ein Sprecher. Allerdings waren auch Feldjäger der Bundeswehr im Einsatz, um die Maschine zu sichern. Die US-Regierung hat die für Radaranlagen weitgehend unerkennbaren Maschinen wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine zur Stärkung der Nato nach Europa verlegt.

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Ein Sprecher des Flughafens erklärte lediglich, „dass die Südbahn des BER derzeit von der Bundespolizei gesperrt worden ist“. Den genauen Hintergrund wisse er nicht. „Der Flugbetrieb läuft aktuell über die nördliche Start- und Landebahn. Er ist nicht beeinträchtigt.“ Zudem sei das Aufkommen Samstagnachmittag ohnehin gering.

Am BER werden erst seit Anfang Dezember wieder beide Landebahnen genutzt. Seite der Eröffnung im Herbst 2020 war mehr als ein Jahr lang nur je eine Start- und Landebahn in Betrieb. Grund war der Einbruch der Passagierzahlen und der Rückgang des Flugverkehrs infolge der Coronakrise. (mit dpa)

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