• Landtagswahl: Kein SPD-Vertreter zieht über Liste in den Landtag

Landtagswahl : Kein SPD-Vertreter zieht über Liste in den Landtag

Für einige bekannte Parlamentarier ist nach den Wahlen erstmal Schluss. Das sind die überraschenden Verlierer vom Sonntag. 

Foto: Ottmar Winter

Potsdam - Der Wahlabend ging vor allem für einige SPD-Kandidaten tragisch aus: Sie kommen nicht in den Landtag, obwohl sie vordere Listenplätze belegen. Das liegt ausgerechnet am guten Abschneiden der SPD bei den Einzelstimmen: Die Sozialdemokraten haben 25 der 44 Direktmandate geholt. Das sind genauso viele Sitze, wie der SPD nach Zweitstimmenergebnis zustehen. Das bedeutet: Die Landesliste zieht nicht, nur wer direkt gewählt wurde, hat es ins Parlament geschafft. Landtagspräsidentin Britta Stark ist das nicht geglückt. Sie hat in Bernau und in der Gemeinde Panketal ihr Direktmandat an Péter Vida von den Freien Wählern verloren. Auf der Landesliste stand sie auf Platz zwei.

Landtagspräsidentin Britta Stark (SPD). 
Landtagspräsidentin Britta Stark (SPD). Foto: promo

Ähnlich ging es der Potsdamer Landtagsabgeordneten Klara Geywitz, die für den SPD-Bundesvorstand kandidiert. Sie verlor ihr Direktmandat an die Grüne Marie Schäffer. Platz zehn auf der Landesliste nutzte Geywitz gar nichts.

Klara Geywitz (SPD). 
Klara Geywitz (SPD). Foto: Kay Nietfeld/dpa

Schlappe auch für Wissenschafts- und Kulturministerin Martina Münch (SPD). Sie hat ihr Direktmandat in Cottbus an die AfD verloren. Die SPD war im Landeswesten stark, die AfD im Osten und Süden, sie holte 15 Direktmandate.

Brandenburgs Kulturministerin Martina Münch (SPD). 
Brandenburgs Kulturministerin Martina Münch (SPD). Foto: Soeren Stache/dpa

AfD-Spitzenkandidat Andreas Kalbitz hat im Wahlkreis 27 um Königs Wusterhausen und Storkow das Direktmandat verpasst. Kalbitz landete mit 22,9 Prozent der Erststimmen hinter dem Kandidaten der SPD Ludwig Scheetz mit 27,3 Prozent. Christoph Bernd, Chef des Vereins „Zukunft Heimat“, Initiator der fremdenfeindlichen Demonstrationen in Cottbus und auf Platz zwei der AfD-Landesliste hat hingegen ein Direktmandat in Dahme-Spreewald erhalten.

Andreas Kalbitz (AfD).
Andreas Kalbitz (AfD).Foto: Gregor Fischer/dpa

Martina Münch ist aber nicht das einzige Kabinettsmitglied, das es erwischt hat: Justizminister Stefan Ludwig (Linke) konnte ebenfalls kein Direktmandat erringen. Er unterlag im Wahlkreis 44 (Cottbus 2) dem AfD-Bewerber Lars Schieske.

Brandenburgs Justizminister Stefan Ludwig (Die Linke). 
Brandenburgs Justizminister Stefan Ludwig (Die Linke). Foto: Britta Pedersen/dpa

Ebenfalls raus bei den Linken ist der ehemalige Wirtschaftsminister Ralf Christoffers, derzeit noch Fraktionschef. Er trat ebenfalls im Wahlkreis 14 wie Landtagspräsidentin Britta Stark an – und musste sich Péter Vida geschlagen geben. Über den Listenplatz war er nicht abgesichert.

Der Vorsitzende der Fraktion Die Linke im Landtag Brandenburg, Ralf Christoffers. 
Der Vorsitzende der Fraktion Die Linke im Landtag Brandenburg, Ralf Christoffers. Foto: Ralf Hirschberger/dpa

Bei den Linken bleibt ein weiterer langjähriger Politprofi auf der Strecke: Der Potsdamer Landtagsabgeordnete Hans-Jürgen Scharfenberg hat überraschend sein Direktmandat in der Landeshauptstadt an Daniel Keller von der SPD verloren. Über die Liste war Scharfenberg nicht abgesichert, deswegen hieß es für ihn am Sonntagabend: Abschied nehmen.

Hans-Jürgen Scharfenberg (Linke).
Hans-Jürgen Scharfenberg (Linke).Foto: Andreas Klaer

Zwar nicht raus aus dem Landtag geht es für Finanzminister und Vize-Regierungschef Christian Görke (Linke). Sein Listenplatz hat ihn gerettet, aber: Im Wahlkreis um Rathenow im Havelland muss er sich der SPD-Bewerberin Katja Poschmann geschlagen geben, die über ihr Engagement in einer Kita-Elterninitiative in die Politik gekommen war. Poschmann kegelte gleich noch ein Brandenburger Polit-Urgestein aus dem Landtag: Landtags-Vizepräsident Dieter Dombrowski (CDU).

Landtags-Vizepräsident Dieter Dombrowski (CDU). 
Landtags-Vizepräsident Dieter Dombrowski (CDU). Foto: Maurizio Gambarini/dpa

Insgesamt holte die CDU lediglich zwei Direktmandate – Landesparteichef Ingo Senftleben war in Oberspreewald-Lausitz erfolgreich, die frühere Justizministerin Barbara Richstein rund um Falkensee im Havelland. Sie ließ dort Grünen-Spitzenkandidatin Ursula Nonnemacher hinter sich.