• Landeseigene Entsorgung: Nach Korruptionsvorwürfen: Neuer Geschäftsführer bei der MEAB

Landeseigene Entsorgung : Nach Korruptionsvorwürfen: Neuer Geschäftsführer bei der MEAB

Anfang Dezember erschütterten Korruptionsvorwürfe das Unternehmen, jetzt versucht man möglichst viel Schaden von der MEAB abzuwenden. Der neue Geschäftsführer will sich selbst nicht äußern. 

Michael Billig
Foto: Christian Charisius/dpa

Potsdam - Das landeseigene Entsorgungsunternehmen MEAB (Märkische Entsorgungsanlagen-Betriebsgesellschaft) hat einen neuen Geschäftsführer. Das bestätigte am Donnerstag der Aufsichtsrat der MEAB auf PNN-Anfrage. Wegen Korruptionsvorwürfen musste der alte Chef im Dezember seinen Hut nehmen. 

Der neue Mann an der Spitze der MEAB heißt Frank Mattat. Er führte zuvor fünf Jahre lang beim Berliner Energiedienstleister Gasag Solution Plus die Geschäfte. Ende 2018 ist er dort ausgeschieden. Womit er bis zu seinem Wechsel zur MEAB sein Geld verdiente, war von ihm nicht in Erfahrung zu bringen. Frank Mattat, Jahrgang 68, gebürtig aus Kleinmachnow, stand für ein Gespräch nicht zur Verfügung. Stattdessen verwies er auf Jacqueline Tag, die Aufsichtsratsvorsitzende der MEAB. „Herr Mattat verfügt über eine langjährige Managementexpertise sowie Erfahrung in der Führung von Unternehmen“, erklärte Tag am Donnerstag per E-Mail, warum die Wahl auf Mattat fiel. Er sei „vom Aufsichtsrat im Ergebnis eines Auswahlverfahren mit Wirkung zum 1. Februar 2020 zum Interimsgeschäftsführer“ bestellt worden.

Ermittlungen wegen Bestechlichkeit

Die neue Personalie hängt mit den Korruptionsvorwürfen zusammen, die das landeseigene Entsorgungsunternehmen Anfang Dezember erschütterten. Da wurde bekannt, dass die Staatsanwaltschaft Neuruppin gegen einen leitenden Mitarbeiter der MEAB wegen des Verdachts der Bestechlichkeit ermittelt. Auslöser war nach neuesten PNN-Informationen eine anonyme Strafanzeige von August 2017. Die Staatsanwaltschaft untersuchte die darin erhobenen Vorwürfe demnach mehr als zwei Jahre lang verdeckt, bevor sie am 4. Dezember 2019 mit einer Großrazzia in mehreren Bundesländern in die offenen Ermittlungen überging.

Wenige Tage danach hat sich die MEAB von ihrem leitenden Mitarbeiter getrennt, wie Jacqueline Tag im Januar auf PNN-Anfrage bestätigte – ohne den konkreten Posten oder gar Namen des Betroffenen zu nennen. Spätestens jetzt aber ist klar, dass es sich um den damaligen Geschäftsführer handelt.

Um Schaden von der MEAB abzuwenden, so Tag in ihrer jüngsten Äußerung gegenüber PNN, habe der Aufsichtsrat erforderliche Schritte umgesetzt. „Hierzu zählt auch die Neubesetzung der Funktion des Geschäftsführers“, berichtete sie und fügte auf Nachfrage hinzu, dass es in der Leitungsebene der MEAB ansonsten keine personellen Veränderungen gegeben habe. 

Mehr lesen? Hier die PNN gratis testen.