• Landeschef Woidke ruft Asyl-Ministerrunde ein: Mehr als 24 000 Flüchtlinge für Brandenburg

Landeschef Woidke ruft Asyl-Ministerrunde ein : Mehr als 24 000 Flüchtlinge für Brandenburg

Potsdam - In Brandenburg werden im laufenden Jahr deutlich mehr Menschen Asyl suchen als erwartet. Nach einer neuen Prognose wird mit etwa 24 650 Flüchtlingen gerechnet, wie das Innenministerium in Potsdam am Mittwoch mitteilte. Zuvor war von mindestens 14 000 Menschen ausgegangen worden, mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr. Angesichts der stark steigenden Zahlen in den vergangenen Monaten war bereits erwartet worden, dass das Land 2015 wesentlich mehr Flüchtlinge aufnehmen muss. „Aber die jetzt zu erwartende Steigerung bringt uns in eine dramatische Situation“, so Innenstaatssekretär Matthias Kahl. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sprach von besonderen Herausforderungen für Land und Kommunen. Er hatte zuvor bereits angekündigt, eine „Asyl-Ministerrunde“ unter seiner Leitung einzuberufen. Die Bundesregierung kalkuliert nun für dieses Jahr mit bis zu 800 000 Flüchtlingen und Asylbewerbern in Deutschland.

Eventuell werden Flüchtlinge in Brandenburg auch in Container untergebracht

Woidke sagte: „Wir haben momentan auch Zelte und ich hoffe, dass wir es schaffen können, dass wir bis zum Winter alle in festen Unterkünften haben, aber das kann auch bedeuten, dass es Container sind.“ Er äußerte sich am Rande seiner alljährlichen Sommertourismus-Pressefahrt in Beeskow (Oder-Spree). Nun müssten nicht nur die derzeit genutzten Zeltstädte durch winterfeste Quartiere ersetzt werden, sondern auch noch zusätzliche Kapazitäten geschaffen werden, stellte Innenstaatssekretär Kahl fest. „Dabei läuft uns angesichts des fortgeschrittenen Jahres die Zeit davon.“ Es würden kurzfristig Entscheidungen zum Ausbau der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes sowie der Asylbewerberheime der Kreise und kreisfreien Städte gebraucht.

Brandenburgs Finanzminister Christian Görke (Linke) hat seine Forderung nach deutlich mehr Bundesmitteln zur Unterbringung von Flüchtlingen bekräftigt. Länder und Kommunen dürften mit den finanziellen Auswirkungen steigender Flüchtlingszahlen nicht weitgehend alleingelassen werden, erklärte Görke am Mittwoch in Potsdam. dpa