• Land bereitet Erlasse für neue Zielwerte vor: Sulfat und Eisen in der Spree

Land bereitet Erlasse für neue Zielwerte vor : Sulfat und Eisen in der Spree

Cottbus - Brandenburg will mit neuen Erlassen Zielwerte für Eisen- und Sulfatkonzentration in der Spree festlegen. Die beiden Bewirtschaftungserlasse sollen voraussichtlich größtenteils zum Ende dieses Jahres erarbeitet sein, wie das Umweltministerium am Donnerstag in der Braunkohleausschussitzung in Cottbus ankündigte. Sie sollen eine Grundlage für wasserbehördliche Entscheidungen sein, um die Zielwerte zu erreichen.

In der Spree in Sachsen und Brandenburg gibt es an manchen Stellen erhöhte Werte von Sulfatsalzen und Eisengehalt im Wasser. Als ein Grund gilt der Bergbau. In stillgelegten Braunkohlegruben mischen sich das dort freigelegte Sulfat und Eisen mit dem zurückkehrenden Grundwasser und das Ganze gelangt in Gewässer. Auch der aktive Tagebau spielt eine Rolle.

Grundlage dieser Erlasse ist laut Ministerium ein Beschluss des Landtags. Derzeit werden demnach die großen Gewässer speziellen Gewässertypen zugeordnet. Daraus ergeben sich Anforderungen an die Wasserqualität. Hieraus wiederum können die jeweiligen Zielwerte abgeleitet werden.

Die Grünen-Landtagsabgeordnete Heide Schinowsky kritisierte die Verzögerung. Statt schnellstmöglich notwendige Gegenmaßnahmen auf den Weg zu bringen, wolle die Landesregierung erst einmal ein sogenanntes Hintergrundpapier schreiben. Für Betroffene sei das ein schlechtes Signal.

Ziel des Sulfat-Erlasses ist es, die Sicherung der Trinkwasserversorgung zu gewährleisten. Immer wieder gibt es Klagen wegen der erhöhten Werte im Flusswasser, das zum Teil auch für die Trinkwasseraufbereitung genutzt wird. Das Land Berlin sieht Brandenburg in der Pflicht und erwartet Maßnahmen, wie Anfang Februar bei einem gemeinsamen Treffen deutlich gemacht wurde.

In dem Sulfat-Erlass soll es laut Ministerium auch Signalwerte geben, die anzeigen, dass bei einer Überschreitung von einer Trinkwasserversorgungsgefährdung auszugehen ist. Im brandenburgischen Wirtschaftsministerium wird derzeit zudem an einem Hintergrundpapier gearbeitet, das die Senkung der bergbaubedingten Stoffeinträge beinhaltet. dpa