• Kritik an der AfD: Wolf mit Hitlergruß blieb nur zwei Stunden

Kritik an der AfD : Wolf mit Hitlergruß blieb nur zwei Stunden

Der Brandenburger Künstler Rainer Opolka unterstützt im Landtagswahlkampf die Regierungspartei SPD - mit der Finanzierung einer Wahlkampfzeitung. Mit einer Kunstaktion warnt er nun vor der AfD.

Nantke Garrelts Klaus Peters dpa
Künstler Rainer Opolka und Lea Rosh, Vorsitzende des Förderkreises Denkmal für die ermordeten Juden Europas und die den Hitlergruß zeigende Wolfsskulptur. 
Künstler Rainer Opolka und Lea Rosh, Vorsitzende des Förderkreises Denkmal für die ermordeten Juden Europas und die den Hitlergruß...Foto: Christoph Soeder/dpa

Potsdam -  Der Brandenburger Künstler Rainer Opolka hat mit einer mehr als mannsgroßen Skulptur eines Wolfes vor der AfD-Parteizentrale gegen die Partei demonstriert. Zwei Stunden waren dem Wolf an der Schopenhauerstraße, gegenüber von der AfD-Landesparteizentrale, vergönnt – dann zog er schon wieder ab. Für eine kleine Blockade des Radwegs und viel Medienaufmerksamkeit am Dienstagvormittag reichte die Aktion des Künstlers Rainer Opolka und der Vorsitzenden des Förderkreises „Denkmal für die ermordeten Juden Europas“, Lea Rosh, aber doch. Neben Opolka, Rosh und der Statue von dem Wolf mit der zum Hitlergruß erhobenen Pfote hatten sich auch die „Omas gegen Rechts“ und Vertreter der SPD Brandenburg eingefunden, die Polizei bewachte die Aktion. 

Wölfe beziehen sich auf ein Zitat Höckes

Opolka hatte schon 2016 unter dem Titel „Die Wölfe sind zurück“ insgesamt 63 Wolfsmenschen aus Bronze vor dem Landtag aufgestellt. Er nimmt damit Bezug auf ein Zitat Björn Höckes, der in einer Rede beim Kyffhäuser-Treffen des rechten Flügels der AfD rhetorisch fragte, ob sie Wölfe oder Schafe sein wollten. „Die Wölfe sind also eine Selbstbezeichnung der AfD“, sagt Opolka. Zum Wahlkampf holt er eine der Statuen wieder hervor. Der Grund: „Ich möchte davor warnen, dass man bei der Landtagswahl Rechtspopulisten wählt“. Zu der Statue legte er gelbe Banner mit Zitaten: „Wir wollen als deutsche Rasse überleben. Und wir wollen weiß sein dürfen“, steht auf einem. Die Aussage ist ein Zitat aus einem Facebook-Post der AfD Oder-Spree. Dort liegen auch die Wahlkreise des Parteivorsitzenden Alexander Gauland und des Landesvorsitzenden Andreas Kalbitz.

Brief mit Fragen eingeworfen

Opolka und Rosh gingen im Anschluss über die Straße zur AfD-Landeszentrale und wollten deren Landesvorsitzenden Andreas Kalbitz einen Brief übergeben - allerdings erfolglos, denn kein AfD-Vertreter war anwesend. Der Brief landete dann im Briefkasten im Hausflur. Darin stellen Rosh und Opolka Kalbitz unter anderem Fragen zu seinem langjährigen Vorsitz in einem rechtsgerichteten Kulturverein und zu angeblichen Äußerungen von ihm im Zusammenhang mit der Flüchtlingspolitik sowie in der Auseinandersetzung mit politischen Gegnern.

AfD-Parteisprecher Detlev Frye wollte sich nicht zu der Aktion äußern. Die gesamte Landesgeschäftsstelle sei am Dienstag auf einer Klausurtagung außerhalb von Potsdam gewesen, erklärte er. "Ich kann mich nicht zu etwas äußern, was ich nicht gesehen habe."

Opolka hat auch eine Wahlkampfzeitung gedruckt

Der Künstler und Unternehmer Opolka hatte mit einer Großspende in Höhe von 76.000 Euro eine Wahlkampfzeitung zur Unterstützung der SPD mitfinanziert, die in der kommenden Woche an alle Haushalte verteilt werden soll. Mit der von ihm geplanten und zum Großteil geschriebenen Wahlkampfzeitung "Der märkische Adler" will sich der Künstler nach eigenen Angaben gegen die AfD wenden und die SPD von Ministerpräsident Dietmar Woidke unterstützen. Einen Zusammenhang der Spende mit einer von ihm erhofften Genehmigung für einen Kunstpark im einstigen Jagdschloss Hubertushöhe in Storkow (Oder-Spree) wies er zurück.