• Klein wie ein Zwei-Euro-Stück: Quallen in Brandenburgs Gewässern gesichtet

Klein wie ein Zwei-Euro-Stück : Quallen in Brandenburgs Gewässern gesichtet

Quallen - in Berlin und Brandenburg? Das gibt es tatsächlich. Die Hitze im Juni hat die Entwicklung in mehreren Gewässern begünstigt. Nicht zum ersten Mal.

Gisela Gross dpa
So sieht die Süßwasserqualle Craspedacusta sowerbii aus. 
So sieht die Süßwasserqualle Craspedacusta sowerbii aus. Foto: Petra Teiber-Sießegger/LUBW Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg/dpa

Berlin/Werder (Havel) - Der warme Juni hat nach Einschätzung eines Experten zu einer Massenentwicklung von Quallen in mehreren Gewässern in der Region geführt. Zu Tausenden seien die kleinen Medusen aufgetreten, sagte Derk Ehlert von der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Demnach kamen sie an Ober- und Unterhavel sowie Müggelsee und Tegeler See vor. Auch in Werder (Havel) sollen Quallen gesichtet worden sein, berichten Nutzer im sozialen Netzwerk Facebook. Zuletzt hatten mehrere Medien über ein Vorkommen vor allem an einer Badestelle in Berlin-Spandau berichtet. Aktuell sei die Entwicklung wegen der gesunkenen Temperaturen wieder rückläufig, sagte Ehlert.

Klein wie ein Zwei-Euro-Stück

Die Quallen, die so groß wie ein Zwei-Euro-Stück werden, brauchen warmes Wasser mit mehr als 25 Grad, um sich zu frei schwimmenden Medusen mit Schirm zu entwickeln. Diese tauchen auch häufiger an der Oberfläche auf. Erstmals gesichtet worden seien diese Quallen an der Havel im Jahr 1995, in Berlin 2003, sagte Ehlert. Auch in früheren heißen Sommern - 2003 und 2006 - kam es teilweise zu einem Massenauftreten in der Unterhavel.

Die Tiere ernähren sich den Angaben zufolge von Plankton und profitierten von sauberem Wasser. "Sie sind nichts Untypisches und auch kein Warnzeichen", so Ehlert. Handlungsbedarf gebe es nicht. Für den Menschen seien sie ungefährlich und hätten auch keinen Einfluss auf die Nahrungskette anderer Tiere. Die Lebensdauer der Tiere liegt Ehlert zufolge bei sechs Wochen.

Eingeschleppt aus Asien

Die Art heißt Craspedacusta sowerbii und ist die einzige Süßwasserqualle in Mitteleuropa. Vermutet wird, dass die Quallen ursprünglich aus Asien eingeschleppt wurden. Experten nehmen an, dass es mit der Klimaerwärmung häufiger zur Medusenbildung kommt.

Bei Probenentnahmen hielten Mitarbeiter des Landeslabors zu Wochenbeginn an einer Spandauer Badestelle auch nach Quallen Ausschau - allerdings ohne Erfolg, wie eine Sprecherin des Landesamts für Gesundheit und Soziales (Lageso) mitteilte. Auch sie verwies auf das temperaturabhängige Auftreten.