• Kinderschutz in Brandenburg: Eltern wollen gegen Missbrauch demonstrieren

Kinderschutz in Brandenburg : Eltern wollen gegen Missbrauch demonstrieren

Eine neue Elterninitiative kämpft für härtere Strafen für Sexualstraftäter. Am Freitag ist eine Demonstration vor dem Landtag in Potsdam geplant.

Benjamin Lassiwe
Eine neue Initiative kämpft gegen Kindesmissbrauch.
Eine neue Initiative kämpft gegen Kindesmissbrauch.Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Potsdam - Weil sie Angst um ihre Kinder haben, wollen Brandenburger Eltern am Freitag vor dem Brandenburger Landtag gegen sexuellen Kindesmissbrauch demonstrieren. „Ich habe Angst um das Kindeswohl unserer Kinder“, sagt Anita Stein. Die CDU-Kommunalpolitikerin aus Kremmen hat deswegen zusammen mit dem Falkenseer Stadtverordneten Rainer Ganser einen Aufruf zur Demonstration gestartet. „In Deutschland werden immer mehr Kinder sexuell missbraucht“, sagt Stein. „Ein Jahr Haft ist für solche Verbrechen nicht genug – Wiederholungstäter müssen auf jeden Fall in Sicherheitsverwahrung.“

Jedes fünfte Mädchen erlebt sexuellen Missbrauch

Am Montag trat die 35-jährige Kosmetikerin zusammen mit der stellvertretenden Landesvorsitzenden des Weißen Rings, Landtagsvizepräsidentin Barbara Richstein (CDU), vor die Landespressekonferenz. „Wir sind als Weißer Ring sehr dankbar, dass das Thema sexueller Kindesmissbrauch aufgegriffen wird“, sagte Richstein. Ihre Organisation unterstütze deswegen das Anliegen der demonstrierenden Eltern. Die Demonstration soll am Freitag (28.8.) vor dem Landtag stattfinden.

Jedes fünfte Mädchen und jeder neunte Junge in Deutschland würden im Laufe ihres Lebens sexuellen Missbrauch erleben. Richstein sprach sich deswegen für eine härtere Bestrafung des Besitzes kinderpornographischer Schriften aus. Zudem seien mehr Therapiemöglichkeiten für Sexualstraftäter nötig. Dies könne auch möglichen Rückfällen vorbeugen.

Unter dem Namen „Opferlicht“ planen die Initiatoren der Demonstration auch die Gründung eines Vereins, der sich für Opfer sexuellen Kindesmissbrauchs einsetzen soll. Er soll im nächsten Jahr seine Arbeit aufnehmen.

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