• Kein "Süßes oder Saures“: Kinder sollen auf Halloween-Umzüge verzichten

Kein "Süßes oder Saures“ : Kinder sollen auf Halloween-Umzüge verzichten

Am kommenden Samstag ist Halloween. Normalerweise ziehen dann viele Kinder um die Häuser, um Süßigkeiten zu erhaschen. Wegen der Pandemie ruft das Gesundheitsministerium in diesem Jahr zum Verzicht auf diese Touren aus.

Kinder an Halloween bei der Jagd auf Süßigkeiten (Symbolbild).
Kinder an Halloween bei der Jagd auf Süßigkeiten (Symbolbild).Foto: Armin Weigel/dpa

Potsdam - In gruseligen Kostümen von Tür zu Tür gehen und Süßigkeiten sammeln: Für immer mehr Kindern ist dieser Brauch an Halloween ein großer Spaß - auf den die Brandenburger am kommenden Samstag allerdings verzichten sollten. Dafür hat sich am Montag das Landesgesundheitsministerium ausgesprochen. 

"Mit diesem Brauch können Infektionen schnell weiterverbreitet werden. In Brandenburg gibt es mehrere Risikogebiete, die bei der 7-Tages-Inzidenz die Werte von 35 oder 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner überschritten haben. Deshalb müssen wir auf unnötige Kontakte verzichten“, so Ministerin Ursula Nonnemacher (Grüne). Halloween wird traditionell am 31. Oktober, dem Vorabend von Allerheiligen, gefeiert.

In Brandenburg gelten derzeit acht Regionen mit einer 7-Tage-Inzidenz von mehr als 50 als Corona-Risikogebiet. Am Montag kam der Landkreis Havelland neu hinzu. Potsdam liegt nach Angaben der Stadt mit einem Wert von 47,7 knapp unter der Schwelle, gilt aber seit dem vergangenen Montag als Hotspot. Es gelten verschärfte Regeln.

Abstand halten, Kontakte reduzieren

Wegen des steigenden Infektionsgeschehens richtete Nonnemacher einen Appell an die Bürger. "Soziale Kontakte deutlich zu reduzieren, das fällt nicht leicht, ist aber in dieser Pandemiephase das Gebot der Stunde", sagte sie. Es komme jetzt auf das Verhalten jeder und jedes Einzelnen an.

"Je besser wir aufeinander aufpassen und uns gegenseitig schützen, je besser wir alle die Corona-Regeln beherzigen, umso schneller werden wir diese schwierige Zeit überstehen", sagte Nonnemacher und ergänzte: "Was jetzt hilft, ist Abstand halten, Kontakte reduzieren, Gedränge mit vielen Menschen an einem Ort vermeiden, Maske tragen und in Räumen regelmäßig lüften. So können wir es gemeinsam schaffen, eine zweite flächendeckende Schließung von Kitas, Schulen und Wirtschaftsbereichen zu verhindern."

Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher.
Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher.Foto: dpa

Brandenburger Inzidenz steigt auf 47,3

In Brandenburg haben sich bisher 6877 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Am Montag kamen 105 Ansteckungen hinzu. Am Samstag war mit 247 neuen Fällen der größte Anstieg seit Beginn der Pandemie verzeichnet worden. 4742 Menschen gelten als genesen. In Zusammenhang mit Covid-19 kamen in dem Bundesland bisher 191 Menschen ums Leben.

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Die 7-Tage-Inzidenz für Gesamt-Brandenburg hat sich in den vergangenen elf Tagen nahezu verdoppelt. Am 15. Oktober lag der Wert bei 23,9, an diesem Montag (26. Oktober) bei 47,3. Als Treiber für die drastisch steigenden Zahlen hat das Gesundheitsministerium vor allem private Feiern im Familien- und Freundeskreis ausgemacht. "Bei privaten Feierlichkeiten können Situationen entstehen, in denen Menschen Abstand und Hygiene nicht mehr so diszipliniert einhalten, wie es erforderlich ist", heißt es in einer Mitteilung.


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