• Junge Brandenburger engagieren sich: Feuerwehren haben wieder mehr Zulauf

Junge Brandenburger engagieren sich : Feuerwehren haben wieder mehr Zulauf

Die Feuerwehr in Brandenburg und Berlin freut sich über Nachwuchs. In Brandenburg haben die Jugendfeuerwehren großen Zulauf. In Berlin konnten fast alle Ausbildungsstellen besetzt werden.

Foto: Boris Roessler/dpa

Potsdam/Berlin - Junge Menschen in Brandenburg und Berlin haben das Feuerlöschen für sich entdeckt. Die Feuerwehr in Berlin warb in diesem Jahr wieder erfolgreich um Nachwuchs. „Bislang konnten fast alle Ausbildungspositionen besetzt werden“, sagte Sprecher Dennis Passlack. Mehr als 400 Auszubildende gebe es zurzeit bei der Berufsfeuerwehr. In den vergangenen Jahren hätten ebenfalls fast alle Stellen besetzt werden können.

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Die Freiwilligen Feuerwehren in Brandenburg haben ebenfalls Zulauf: Knapp 15.000 Jungen und Mädchen zählten die Jugendfeuerwehren des Landes im Jahr 2019 - knapp 3700 mehr als im Jahr 2010, wie der Sprecher des Innenministeriums, Martin Burmeister, sagte.

Eine halbe Million Euro für Nachwuchsförderung

In Brandenburg stellte das Innenministerium im vergangenen und diesem Jahr jeweils eine halbe Million Euro für die Nachwuchsförderung zur Verfügung. Mit den Mitteln werde nach Angaben des Sprechers die Ausstattung der Jugendfeuerwehren verbessert und ein Projekt unterstützt, das Feuerwehrunterricht an Schulen anbietet. In Angermünde gibt es das Fach an einer Oberschule in der neunten und zehnten Klasse seit dem Schuljahr 2015/16. Mit Beginn dieses Schuljahres wurde der Feuerwehrunterricht an zwei weiteren Schulen in den Unterricht aufgenommen, weitere sollen nach Willen der Landesregierung folgen.

Bei der Freiwilligen Feuerwehr in Brandenburg gibt es nicht nur bei der Jugend einen positiven Trend: Nach Angaben des Landesfeuerwehrverbandes Brandenburg wurde im Jahr 2019 erstmals kein Mitgliederrückgang verzeichnet. In den vergangenen Jahren sei die Zahl von ehemals 54.000 Mitgliedern auf unter 40.000 Mitglieder gesunken, sagten die Vizepräsidenten Jan von Bergen und Frank Kliem. Als einen Grund für den Rückgang, insbesondere bei den ehrenamtlichen Kräften, nannte der Verband steigende berufliche Ansprüche.

Gut auf Waldbrandsaison vorbereitet

Sowohl die Feuerwehren in Brandenburg als auch in Berlin sehen sich gut auf die Waldbrandsaison vorbereitet. In Berlin sei laut Berliner Feuerwehr Anfang des Jahres eine groß angelegte Fortbildung angeboten worden, in der der Umgang mit Wald- und Vegetationsbränden intensiv geschult worden sei. Einige Löschfahrzeuge seien zudem mit kleineren und somit leichter zu handhabenden Schläuchen ausgerüstet worden.

Auch in Brandenburg gab es laut Ministerium spezielle Schulungen. Zudem seien neue Löschwagen angeschafft worden. In wöchentlichen Konferenzen zwischen Ministerium und Feuerwehr gebe es eine gemeinsame Einsatzplanung. Laut Verband würden Brände durch eine flächendeckende Kameraüberwachung schnell erkannt. Die Verbandsvizepräsidenten forderten dennoch Unterstützung vom Bund: Es würden dringend Ersatzfahrzeuge für den erweiterten Katastrophenschutz benötigt.

2019 brannte es 417 Mal auf Brandenburgs Waldflächen. Mehr als 13.000 Hektar Fläche standen in Flammen. 2018 hatte es 512 Mal auf insgesamt 1674 Hektar gebrannt. Brandenburg verfügt über rund 1,1 Millionen Hektar Wald.

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