• Interview zum geheimen Flughafen-Abkommen: „Uns war das zu weit weg von Berlin“

Interview zum geheimen Flughafen-Abkommen : „Uns war das zu weit weg von Berlin“

Der frühere Berliner CDU-Fraktionschef Klaus-Rüdiger Landowsky über geheime Pläne für einen Flughafen Sperenberg, Politiker in Aufsichtsräten von Bauprojekten – und das Leben in der Einflugschneise.

Wohin mit dem neuen Berliner Flughafen? Darüber gab es schon Mitte der 1990er Jahre sehr unterschiedliche Ansichten - wie sich jetzt gezeigt hat.Alle Bilder anzeigen
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22.04.2013 22:20Wohin mit dem neuen Berliner Flughafen? Darüber gab es schon Mitte der 1990er Jahre sehr unterschiedliche Ansichten - wie sich...

Herr Landowsky, wir wollen mit Ihnen über den Flughafen sprechen.

Warten Sie mal, ich bin gerade mit dem Auto unterwegs, ich fahr erst mal rechts ran. So, Sie rufen sicher wegen Sperenberg an.

Klaus-Rüdiger Landowsky

, 70, war ab 1991 einflussreicher Chef der Berliner CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus. Im Zuge des Bankenskandals musste er 2001 zurücktreten.

Ja. Wussten Sie, dass sich die Länderchefs Eberhard Diepgen und Manfred Stolpe 1995 intern schon auf Sperenberg als Standort für den Großflughafen geeinigt hatten?

Nö. Das habe ich aber mit Interesse gelesen. Wissen Sie, mir waren die Regierungsgespräche zum Flughafen damals relativ egal, über diese interne Absprache war ich auch nicht informiert. Wichtig war mir, was am Ende rauskommt – und der Standort des neuen Berliner Flughafens hätte nicht ohne die Berliner CDU beschlossen werden können. In unserer Fraktion gab es stets eine Präferenz für Schönefeld.

In Sperenberg hätte es aber weniger Lärmgeschädigte gegeben als im stadtnahen Schönefeld.

Uns war das einfach zu weit weg von Berlin. Dann hätte man ja gleich überlegen können, den Flughafen in Leipzig auszubauen. Hinzu kommt, dass ein Flughafen Sperenberg nicht gerade zur Identifikation mit der Hauptstadt Berlin beigetragen hätte. Mit der gescheiterten Länderfusion war das Thema sowieso vom Tisch: Da haben wir dann klar auf Berliner Interessen gesetzt.

Sie waren ja nicht gerade das Zugpferd für eine Fusion.

Ich habe zuletzt für die Fusion plädiert. Ich war aber eher skeptisch, das stimmt. Eberhard Diepgen hat immer nach gemeinsamen Lösungen mit Brandenburg gesucht, offenbar auch im Fall Sperenberg. In Sachen Fusion habe ich immer andere Prioritäten gesetzt. Meine Devise war: Es kann doch nicht sein, dass der Schwanz mit dem Hund wackelt. Deshalb habe ich mir auch beim Flughafen immer die Frage gestellt: Welcher Standort nützt der Hauptstadt Berlin und seiner Umlandregion?

Das Gespräch führte Robert Ide

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