• In Brandenburg und Berlin wenig Interesse an Referendum: Gut 40 Prozent der Türken stimmten ab

In Brandenburg und Berlin wenig Interesse an Referendum : Gut 40 Prozent der Türken stimmten ab

Berlin - 43,4 Prozent der wahlberechtigten Türken aus Berlin, Brandenburg, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern haben an der Abstimmung zur umstrittenen Verfassungsänderung teilgenommen. Berlin landete damit bei der Wahlbeteiligung in verschiedenen deutschen Regionen auf dem drittletzten Platz, wie die zuständige Wahlkommission (YSK) in Ankara am Montag mitteilte.

Insgesamt gaben 60 192 Türken und Deutschtürken mit doppelter Staatsangehörigkeit, die im türkischen Konsulat in Berlin registriert sind, ihre Stimme ab. Die allermeisten davon im Gebäude des Konsulats in der Heerstraße in Charlottenburg, einige auch auf verschiedenen türkischen Flughäfen oder an anderen Grenzübergängen.

Am Dienstagvormittag werden die Stimmzettel zur Auszählung in die Türkei gebracht. Dort ist das Referendum für den 16. April, den Ostersonntag, angesetzt. Mit einem Ergebnis wird nicht vor dem späteren Abend gerechnet. Zwei Wochen lang konnten im Ausland lebende Türken ihre Stimme für oder gegen die von Präsident Recep Tayyip Erdogan angestrebte Verfassungsänderung abgeben.

Die sozialdemokratische Oppositionspartei CHP zeigte sich nach dem Abstimmungsende zufrieden. „Die Beteiligung ist deutlich höher als bei den Parlamentswahlen 2015. Das heißt, wir haben gute Arbeit gemacht“, sagte der Vorsitzende des Berliner Ablegers der CHP, Kenan Kolat, der Deutschen Presse-Agentur.

Die pro-kurdische Partei HDP bezeichnete die Beteiligung der Berliner Türken als „nicht zufriedenstellend“, wie Erkin Erdogan, Sprecher der Partei, sagte.

Zufrieden zeigten sich aber beide Parteien mit dem Abstimmungsverlauf und der Kooperation der Parteien bei der Organisation der Abstimmung im Konsulat. „Die gute Zusammenarbeit ist ein schöner Anfang des Dialogs – insbesondere in Hinblick auf die auftretenden Spannungen von Befürwortern und Gegnern des Referendums“, sagte Kolat.

Eigentlich war nur je ein Mitglied der drei stimmstärksten Parteien als Wahlbeobachter eingesetzt. Neben der sozialdemokratischen CHP zählt dazu die Regierungspartei AKP und die ultra-nationalistische MHP. Die Wahlkommission gestattete dann aber auch die Teilnahme der kurdischen HDP. dpa