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Hohe Waldbrandgefahr : Alle Osterfeuer in Potsdam abgesagt

Wegen sehr hoher Waldbrandgefahr sind kurzfristig alle Osterfeuer in Potsdam untersagt worden. In Werder und Teltow werden sie aber entzündet.

Christina Spitzmüller Klaus Peters Enrico Bellin
Hohe Waldbrandgefahr: Einige Osterfeuer in Brandenburg wurden bereits abgesagt.
Hohe Waldbrandgefahr: Einige Osterfeuer in Brandenburg wurden bereits abgesagt.Foto: Sebastian Gabsch (Archiv)

Potsdam - Wegen der akuten Waldbrandgefahr sind in Potsdam alle Osterfeuer abgesagt. Dies teilte die Stadt am Donnerstag mit. Am Donnerstagmorgen habe mit der Feuerwehr und der zuständigen Ordnungsbehörde der Landeshauptstadt Potsdam eine Bewertung der Gefahrenlage stattgefunden. Im Ergebnis dessen seien alle Osterfeuer abgesagt, auch jene unter Aufsicht der Feuerwehren. Wegen der Gefahr eines Brandes durch Funkenflug sind zurzeit auch genehmigungsfreie Feuer mit einem Durchmesser bis zu einem Meter untersagt.

Alle erteilten Genehmigungen für Osterfeuer hätten bereits  die Nebenbestimmung enthalten, dass die Feuer bei anhaltender Trockenheit nicht angezündet werden dürfen. Darüber hinaus werden alle Veranstalter von der Landeshauptstadt Potsdam über diesen Sachverhalt informiert, hieß es von der Stadt.

Mehrere Osterfeuer in Potsdam geplant

An mehreren Orten Potsdams waren eigentlich Osterfeuer geplant, zum Beispiel am Donnerstagnachmittag beim SC Potsdam, an der Wendeschleife in Drewitz und am Lindenpark, am Samstag an der Feuerwache in Bornimer Mitschurinstraße 1a, Veranstalter ist die Freiwillige Feuerwehr.

Die Waldbrandgefahr ist ganz Brandenburg hoch und steigt immer weiter. In drei südlichen Landkreisen (Dahme-Spreewald, Elbe-Elster, Oberspreewald-Lausitz) gilt seit Donnerstag die höchste Gefahrenstufe, in den übrigen Regionen die Stufe vier von fünf. Es sei gut möglich, dass die höchste Gefahrenstufe in weiteren Landkreisen ausgerufen werde, sagte Jens-Uwe Schade, Sprecher des Brandenburger Umweltministeriums.

Teltow und Werder erlauben offizielle Feuer

In einigen Nachbarorten finden die Feuer weiterhin statt: So hat die Werderaner Stadtverwaltung zwar private Osterfeuer untersagt. Auch dort seien die Genehmigungen erloschen, sagte der 1. Beigeordnete Christian Große (CDU) am Donnerstag. Die öffentlichen Feuer, die heute auf dem Werderaner Wachtelberg in Töplitz und Derwitz geplant sind, finden aber weiterhin statt. „In Werder und den Ortsteilen werden eine ganze Anzahl öffentlicher Osterfeuer veranstaltet, die von unseren Feuerwehren sehr gut abgesichert sind“, so Große.

Die Stadt Teltow wies darauf hin, dass auch das für 18 Uhr geplante Feuer am Ruhlsdorfer Röthepfuhl weiterhin stattfinden wird. Bis 22 Uhr wird daneben auch Live-Musik sowie Bratwurst und Bier geboten. 


Wenig Niederschläge, geringe Luftfeuchtigkeit

Der Waldbrandschutzbeauftragte des Landes, Raimund Engel, hatte nicht damit gerechnet, dass bereits so früh im Jahr die höchste Gefahrenstufe ausgerufen wird. Er erklärt das neben den wenigen Niederschlägen mit der geringen Luftfeuchtigkeit. Morgens liege kein Tau mehr, dadurch sei der Boden noch trockener.

Im PNN-Interview hatte zudem der Leiter der Potsdamer Regionalzentrale des Deutschen Wetterdienstes, Thomas Endrulat, gesagt, dass es etwa in Potsdam in den vergangenen 30 Tagen nur 14 Liter Wasser je Quadratmeter gegeben habe. Das bedeute ein großes Defizit und sei gerade in der Wachstumszeit viel zu wenig für die Natur.

Weitere Gemeinden sagen Osterfeuer ab

In vielen Städten und Gemeinden wurden die Osterfeuer bereits in den vergangenen Tagen abgesagt. Die Entscheidung darüber liegt bei den Kommunen selbst. So dürfen in Neuruppin (Ostprignitz-Ruppin) von Gefahrenstufe vier an keine Feuer gezündet werden. "Nach derzeitigem Stand wird es hier keine Osterfeuer geben", sagte eine Sprecherin der Stadt. Dasselbe gilt für Bad Wilsnack (Prignitz). Auch in Fürstenberg/Havel (Oberhavel) und Lychen (Uckermark) wurden die geplanten Osterfeuer wegen der hohen Waldbrandgefahr abgesagt.

Schade wies darauf hin, dass das Feuerverbot im und um den Wald herum unbedingt zu beachten sei. Schon durch weggeworfene Zigaretten könne ein Waldbrand entstehen. Weil es im März und April nur wenig geregnet habe, sei der Boden extrem trocken. Hinzu käme der hohe Anteil an Kiefern, die leicht brennen.

Bereits zwölf Waldbrände in diesem Jahr

Dieses Jahr hat es laut Engel bereits zwölf Waldbrände in Brandenburg gegeben. Im vergangenen Jahr brannte es in Brandenburgs Wäldern insgesamt 512 Mal, darunter waren elf Großbrände. Allein durch das Feuer bei Treuenbrietzen (Potsdam-Mittelmark) im August wurden rund 400 Hektar Wald zerstört - insgesamt waren es 1674 Hektar. Damit ein Feuer früh erkannt wird, überwachen 107 Kameras Brandenburgs gesamtes Waldgebiet. Sie sind seit dem 1. März in Betrieb und erkennen Rauchentwicklungen, die auf Waldbrände hindeuten, frühzeitig.

Wald am Wannsee brannte

Auch in Berlin ist die Waldbrandgefahr hoch. In Marzahn, Buch und dem Kaniswall im Stadtteil Müggelheim gilt Stufe vier von fünf, in den restlichen Stadtteilen Stufe drei. Zuletzt habe es am Dienstag in der Nähe des Strandbads Wannsee einen Waldbrand auf 600 Quadratmetern Fläche gegeben, teilte die Senatsverwaltung für Umwelt mit. Deshalb sei das Rauch- und Grillverbot in Wäldern und deren Umgebung unbedingt zu beachten. (mit dpa)


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