• Hitze in Brandenburg: Höchste Gefahrenstufe für Waldbrände erwartet

Hitze in Brandenburg : Höchste Gefahrenstufe für Waldbrände erwartet

Brandenburg steht vor einem Wochenende mit brütender Hitze. Für die Feuerwehren könnten es lange Arbeitstage werden. Die Waldbrandgefahr steigt wegen der Dürre weiter.

Silke Nauschütz
Ein Feuerwehrmann löscht letzte Glutnester nach einem Waldbrand in Briesen.
Ein Feuerwehrmann löscht letzte Glutnester nach einem Waldbrand in Briesen.Foto: dpa

Potsdam - Die Gefahr von Waldbränden wegen der andauernden Trockenheit ist in Brandenburg zum Wochenende sehr groß. Für Samstag geht der Waldbrandschutzbeauftragte Raimund Engel für den Großteil des Landes von der höchsten Gefahrenstufe 5 aus. „Die Feuerwehren sind gut vorbereitet und haben sich auf die Wetterlage eingestellt“, sagte Engel am Freitag. Ob sich die Lage am Sonntag durch eine vom Deutschen Wetterdienst (DWD) prognostizierte Gewitterfront etwas entspannt, konnte er zunächst nicht abschätzen.

Am Wochenende soll es in Berlin und Brandenburg heiß werden. Im Norden Brandenburgs erwartet der DWD Höchstwerte zwischen 29 und 32 Grad und zwischen 32 und 35 Grad in Berlin und im Süden Brandenburgs. Am Sonntag wird mit Temperaturen zwischen 29 und 37 Grad der bislang wärmste Tag des Jahres in Berlin und Brandenburg erwartet. Ab dem Nachmittag bis Abend ist der Vorhersage zufolge dann gebietsweise mit Schauern und Gewittern zu rechnen.

Die Forstbehörde werde wegen der Gefahrenlage keine Wälder sperren, betonte der Waldbrandschutzbeauftragte des Landes. Er wies aber darauf hin, dass das Rauch- und Feuerverbot im Wald weiter gelte. Das Parken nahe der zahlreichen Seen am Waldrand könnte für Badelustige teuer werden. Bei der höchsten Gefahrenstufe verhängt die Forstbehörde Bußgelder. Engel appellierte noch einmal, beim Grillen den gesetzlich vorgeschriebenen 50-Meter-Abstand zum Wald einzuhalten. Eine weggeworfene Zigarettenkippe aus dem Auto könne bereits zu einem Böschungsbrand führen, stellte er dar. „Jeder kleinste Funke kann zu einer Katastrophe führen.“

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Nach Angaben des Umweltministeriums galt am Freitag für neun Landkreise die zweithöchste Gefahrenstufe (4) und damit eine hohe Waldbrandgefahr - darunter auch das Gebiet Potsdam, Potsdam-Mittelmark und Brandenburg an der Havel, für fünf Kreise galt die mittlere Stufe (3). „Die Vorhersage spiegelt nicht die tatsächliche Gefahrenlage wieder“, schätzte der Waldbrandschutzbeauftragte ein. 

Bereits am Freitagmorgen brannte es in der Gemeinde Märkische Heide. Das Ausmaß des Feuers war noch unklar. Die Waldbrände der vergangenen Tagen lagen Engel zufolge alle unter einem Hektar. Insgesamt sind seit Beginn der Waldbrandsaison über 200 Feuer registriert worden. Die Saison läuft in Brandenburg von März bis Ende September. Darüber hinaus lodern Feuer immer wieder auch auf Gras- und Heideflächen.

Natur ist im Trockenstress

Die Natur sei im Trockenstress, berichtete Thomas Meier, Stadtförster in Brandenburg an der Havel. Man sei aus einem trockenen Frühjahr und angespannter Situation in den Sommer gekommen und bis Ende Juni seien keine Niederschläge zu erwarten. Es könnte ein schwieriges Jahr werden, schätzte der Förster ein. Meier sieht eine Gefahr für die Aufforstung der Wälder. „Die Trockenheit ist unser Hauptproblem, da hat jede Baumart Probleme.“ Junge Bäume bräuchten zum guten Anwachsen Niederschlag. Ein massives Problem sei, dass hinter den Waldbränden nicht selten Brandstiftung stecke, sagte der Förster.

Die beiden Waldbrandzentralen in Eberswalde (Barnim) und Zossen (Teltow-Fläming) sind bis in die Abendstunden mit jeweils fünf Mitarbeitenden besetzt. 105 optische Sensoren auf ehemaligen Feuerwachtürmen, Aussichtstürmen und Mobilfunkmasten reagieren als Frühwarnsystem „Fire Watch“ auf beginnende Feuer. Allein 53 von ihnen sind im Süden installiert und über Richtfunk miteinander verbunden. Sie scannen alle sechs Minuten 360 Grad für Panoramabilder ab. (dpa)

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