Hauptstadtflughafen : Mehr Geld für BER-Finanzchefin

Heike Fölsters Vertrag wird mit erhöhten Bezügen bis 2022 verlängert. Die verspätete Öffnung des Flughafens erschwert die Finanzierung.

Heike Fölster und Ministerpräsident von Brandenburg, Dietmar Woidke, im Dezember 2014.
Heike Fölster und Ministerpräsident von Brandenburg, Dietmar Woidke, im Dezember 2014.Foto: Patrick Pleul/dpa

Schönefeld - Einer kommt nicht. Eine andere, schon eine Weile da, ist angesichts neuer Finanzprobleme für den künftigen Berliner und Brandenburger Airport offenbar unverzichtbar: Nach PNN-Informationen hat der Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft Berlins, Brandenburgs und des Bundes (FBB) letzten Freitag den Vertrag mit Finanzgeschäftsführerin Heike Fölster um fünf Jahre verlängert, und das mit einer deutlichen Zulage des Salärs.

Die Personalie ging ohne Probleme und in aller Stille über die Bühne – im Gegensatz zur geplatzten Bestellung eines neuen Technikchefs. Allerdings ist die Nicht-Information auffällig. Auf der Pressekonferenz nach der Aufsichtsratssitzung am vergangenen Freitag wurde Fölsters Vertragsverlängerung weder von Aufsichtsratschef Rainer Bretschneider noch von Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup erwähnt. Auch dem BER-Sonderausschuss des Brandenburger Landtages wurde die weitreichende Personalentscheidung am Montag verschwiegen, gegen die es auch von den Gesellschaftern Berlin, Brandenburg und Bund keine Einwände gab.

Jahresgehalt steigt um 40.000 Euro

Fölster hat dem Vernehmen nach jetzt ein Jahresgehalt von 320.000 Euro, etwa 40.000 Euro mehr als bisher. Wie berichtet waren Lütke Daldrup und Bretschneider letzte Woche vor allem am Veto Brandenburgs gescheitert, einen neuen Technikchef zu holen, der vierter Geschäftsführer werden sollte. Aus beider Sicht wäre er für eine zügige Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens nötig gewesen.

Lütke Daldrup und Bretschneider hatten es auch öffentlich bedauert, dass kein neuer Technikchef als Geschäftsführer kommt. Der bisherige Technikchef Jörg Marks, dem schon der frühere Flughafenchef Karsten Mühlenfeld die BER-Eröffnung nicht mehr zutraute, ist unter Lütke Daldrup nicht mehr für das Fluggastterminal zuständig. Sein Platz im BER–Sonderausschuss blieb zum wiederholen Male leer.

Finanzstaatssekretärin Daniela Trochowski, die auch im Aufsichtsrat sitzt, sagte hingegen: Für die Inbetriebnahme sei es „kein zusätzliches Problem“, dass die Geschäftsführung nicht erweitert wird. Die Flughafengesellschaft könne sich jederzeit unterhalb der Geschäftsführung Sachverstand holen.

Eröffnungstermin wird im Dezember genannt

Lütke Daldrup will, was er am Montag bekräftigte, am 15. Dezember einen Eröffnungstermin nennen – acht Monate vor dem geplanten Abschluss der Bauarbeiten im Terminal und vor den umfassenden Systemtests. „Jede Baumaßnahme hat bis zur Fertigstellung Risiken“, sagte er. Wie berichtet wird der BER vor dem Jahr 2020 nicht eröffnen, was den Job für Finanzchefin Fölster schwer macht.

Denn bei der Finanzierung klafft schon wieder eine Lücke von rund einer halben Milliarde Euro, obwohl vor ein paar Monaten für die Fertigstellung des Flughafens und erste Ausbauten bereits eine Kapitalspritze von 2,2 Milliarden Euro bewilligt wurde. Finanziert wird es je zur Hälfte über öffentlich verbürgte Bankendarlehen eines Konsortiums und über ein Darlehen der FBB-Gesellschafter.

Kalkuliert war das noch auf eine Eröffnung bis 2018. Das BER-Gesamtbudget ist von einst kalkulierten zweieinhalb Milliarden Euro mittlerweile auf 6,6 Milliarden Euro gestiegen. Der den Parlamentariern vorgestellte Fahrplan sieht so aus, dass der Flughafen erst einen Eröffnungstermin nennt und dann bis März ein Finanzierungskonzept für die nächsten Jahre vorlegt. Zudem gibt es neuen Streit um den Schallschutz. 

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