• Hauptausschuss stimmt für Mehrausgaben: Schwarzbuch-Parkplatz in Geltow wird noch teurer

Hauptausschuss stimmt für Mehrausgaben : Schwarzbuch-Parkplatz in Geltow wird noch teurer

Für den Umbau der Bushaltestellen am neuen Geltower Park-and-ride-Platz soll die Gemeinde noch einmal 40.000 Euro zusätzlich zahlen.

Am Donnerstag standen etwa 15 Autos auf dem Parkplatz. Platz ist für 104 Wagen.
Am Donnerstag standen etwa 15 Autos auf dem Parkplatz. Platz ist für 104 Wagen.Foto: Andreas Klaer

Schwielowsee - Für den Umbau der Bushaltestellen am neuen Geltower Park-and-ride-Platz soll die Gemeinde noch einmal 40.000 Euro zusätzlich zahlen. Zudem will sie einen Vertrag für sieben Windräder schließen und Wohnhäuser auf dem Gelände von Richter Recycling zulassen. Die PNN geben einen Überblick über die Ergebnisse der Sitzung des Hauptausschusses am Mittwochabend:

Parkplatz kostet Gemeinde 315.000 Euro
 

Mehrheitlich befürwortet haben die Hauptausschussmitglieder Mehrausgaben für den bereits gebauten Park-and-Ride-Platz an der Geltower Baumgartenbrücke, der es bereits ins Schwarzbuch der Steuerzahler geschafft hat, da er laut Steuerzahlerbund kaum genutzt wird. 

Wie nun herauskam, hat das beauftragte Planungsbüro das eigene Honorar falsch bemessen: Statt 32.000 Euro wurden zunächst 13.685 Euro in Rechnung gestellt. Dadurch und durch allgemeine Baukostensteigerungen sei der Preis für den Umbau von Parkplatz und Bushaltestellen um knapp 80.000 Euro gestiegen. 

 Allein der Fahrradständer kostete mehr als 30.000 Euro.
 Allein der Fahrradständer kostete mehr als 30.000 Euro.Foto: Andreas Klaer

Zusätzlich stellte sich erst später heraus, dass die Gemeinde noch Land von der evangelischen Kirche kaufen muss, da ein Radweg im Bereich der Bushaltestelle über deren Grundstück führt. Bereits im September hatte die Gemeindevertretung Mehrausgaben von 50.000 Euro für die Anlage beschlossen. Nun sollen noch einmal 40.000 Euro bewilligt werden, um die gestiegenen Kosten zu decken. 

Insgesamt hat die Gemeinde dann etwa 315.000 Euro für den Parkplatz für 104 Autos und 16 Fahrräder ausgegeben, dazu kommen 360.000 Euro Förderung vom Infrastrukturministerium. „Wenn wir diese zusätzlichen Mittel nicht genehmigen, könnte das Planungsbüro sie einklagen“, erklärte die Finanzfachbereichsleiterin Ute Lietz im Ausschuss. Dirk Hühnerson (Grüne) wollte es darauf ankommen lassen, er stimmte als einziger gegen die Auszahlung. Roland Büchner (Bürgerbündnis Schwielowsee) zufolge solle die Gemeinde künftig nicht mehr mit dem Planungsbüro zusammenarbeiten. Es sei nicht die erste Fehlberechnung. 

Zum Eintrag ins Schwarzbuch sagte er: „Dadurch hatten wir wenigstens zahlreiche Besucher, die sich den Parkplatz angeschaut haben. Das Ding war auch mal voll.“ Auch Lisa Stoof (Linke) sprach sich gegen eine weitere Zusammenarbeit mit den Planern aus. Der Geltowerin zufolge werde der Parkplatz aber gut genutzt. „Es gibt tatsächlich viele, die da picknicken.“

Sieben Windräder für Ferch
 

Die Hauptausschussmitglieder haben mehrheitlich empfohlen, den städtebaulichen Vertrag mit der Firma Notus Energy zum Bau von sieben Windrädern nahe der Autobahnabfahrt Glindow zu schließen. Wie berichtet verzichtet die Firma zunächst für fünf Jahre auf den Bau eines achten Rades, das als einziges der geplanten Anlagen weniger als 1500 Meter vom nächsten Wohnhaus entfernt wäre. Im Flächennutzungsplan ist der Standort für das achte Windrad derzeit noch vorgesehen. 

„In diesen fünf Jahren können wir den Plan aber entsprechend ändern, sodass die Anlage dann nicht mehr gebaut werden kann“, so Fachbereichsleiterin Ute Lietz. Den Plan wolle man nicht jetzt schon ändern, da dann der Eindruck entstehen könnte, die Gemeinde wäre gegen die Windräder. „Wir wollen diese Anlagen“, stellte Lietz klar. Heide-Marie Ladner (SPD) stimmte gegen den Vertrag, da sich in Nachbargemeinden wie berichtet Protest gegen die Anlagen regt. In Ferch selbst gibt es den bisher nicht. Auch kam am Mittwochabend kein einziger Fercher in die Ausschusssitzung, die im Rathaus mitten in dem Schwielowseer Ortsteil stattfand. 


Wohnhäuser neben Richter Recycling


Die Aufstellung eines Bebauungsplanes für eine knapp einen Hektar große Fläche neben der Firma Richter Recycling in Geltow hat der Hauptausschuss einstimmig befürwortet. Auf der derzeit landwirtschaftlich genutzten Fläche sollen entweder je sechs Einfamilien- und Doppelhäuser oder 14 Einfamilienhäuser entstehen.

Die Firma Richter Recycling in Geltow.
Die Firma Richter Recycling in Geltow.Foto: Andreas Klaer

Wie berichtet will die Firma Richter Recycling einen neuen Betriebshof in Premnitz im Havelland errichten. Auf der Firmenfläche in Geltow könnten dann ebenfalls Wohnungen entstehen. Dies ist jedoch an Bedingungen geknüpft: Während die Fläche, auf der jetzt die Einfamilien- und Doppelhäuser entstehen sollen, im Flächennutzungsplan als Wohnbaufläche ausgewiesen ist, ist dies für das Firmengelände nicht der Fall. Die Planänderung dauert laut Gemeinde mindestens drei Jahre. 


Nur Wochenendhäuser auf Wentorfinsel 
 

Für das Areal auf der Caputher Wentorfinsel, dem Areal westlich der Fähre zwischen Eisenbahnstrecke und Caputher Gemünde, soll ein Bebauungsplan aufgestellt werden, die Hauptausschussmitglieder waren mehrheitlich dafür. Derzeit gilt es als Wochenendsiedlung. Der Landkreis hat in der Vergangenheit aber auch Hausbauten mit mehr als 100 Quadratmetern genehmigt, da es dort bereits einzelne Häuser dieser Größe gibt. Das soll mit dem Bebauungsplan verhindert werden.