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Gigafactory in Grünheide : Hunderte Bürger sehen sich Teslas Unterlagen für die Fabrik an

Seit November sind die Pläne von Tesla zum Bau der Fabrik in Brandenburg bekannt, seit Januar liegen die Unterlagen für das Projekt in Behörden aus. Noch ist ein Monat Zeit, um schriftlich gegen das Vorhaben etwas einzuwenden. Das Interesse ist beachtlich.

Oliver von Riegen
Foto: Patrick Pleul/dpa

Grünheide - Mehrere hundert Bürger haben sich seit Januar über die Unterlagen des US-Elektroautobauers Tesla zur Genehmigung der geplanten Fabrik in Brandenburg informiert. In Grünheide (Kreis Oder-Spree), wo die Fabrik von Tesla entstehen soll, kamen nach Angaben von Bürgermeister Arne Christiani (parteilos) innerhalb von vier Wochen rund 230 Bürger zur Einsichtnahme der Akten ins Rathaus. "Es ist angenommen worden."

In der Stadt Erkner waren es nach Angaben von Sprecherin Daniela Sell rund 120 Interessierte, ins Amt Spreenhagen kamen laut Amtsdirektor Hans-Joachim Schröder um die 40 Bürger. Die Unterlagen konnten auch im Landesamt für Umwelt Frankfurt (Oder) eingesehen werden. Am Mittwoch endete die Frist, um den Antrag von Tesla zur Genehmigung einzusehen.

Zweistellige Zahl an Einwendungen

Gegen das Projekt der Autofabrik regt sich trotz aller Euphorie auch Kritik. Bedenken gibt es zum Beispiel wegen des erwarteten Wasserverbrauchs. Diese hegt unter anderem der „Verein für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern e.V.“ (VLAB). Es könnte eine Klage drohen. Wie der rbb berichtet, tagt heute ab 18 Uhr außerdem der Wasserverband Strausberg-Erkner zu Tesla.

Bisher sei eine zweistellige Zahl an Einwendungen dagegen eingegangen, sagte die Sprecherin des Umweltministeriums, Frauke Zelt. Wer sich gegen das Vorhaben wenden will, hat für Einwendungen allerdings noch bis zum 5. März Gelegenheit, sich beim Landesamt für Umwelt in Potsdam, in den Rathäusern Grünheide und Erkner oder im Amt Spreenhagen zu melden.

Tesla will den Wasserverbrauch senken

Tesla will in Grünheide von Juli nächsten Jahres an bis zu 500.000 Elektrofahrzeuge im Jahr vom Band rollen lassen. Bedenken gibt es bei Bürgern unter anderem wegen der geplanten Wasserversorgung des Werks. Es braucht den Unternehmensplänen zufolge bis zu 372.000 Liter pro Stunde. Vertreter von Tesla hatten bei einer Infoveranstaltung für Bürger in Potsdam nach Teilnehmerangaben erklärt, den Verbrauch senken zu wollen.

In einer weiteren Informationsveranstaltung mit Vertretern der Gemeinde Grünheide und von Tesla in dem Ortsteil Hangelsberg hatten Bürger am Mittwoch Gelegenheit, Fragen zu stellen. Zudem wollte der Wasserverband Strausberg-Erkner tagen. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hatte angesichts von Bedenken und Protesten zu Geduld aufgerufen.

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