Brandenburg : Geld gegen Rassismus

Flick-Stiftung engagiert sich in 49 Projekten der Region. Auch nach Potsdam fließen Mittel

Katrin Miller

Potsdam - Die Flick-Stiftung will im kommenden Jahr insgesamt 49 Projekte gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in Brandenburg und Berlin fördern. Insgesamt sollen in den neuen Bundesländern 77 Vorhaben unterstützt werden, teilte die Stiftung am gestrigen Mittwoch in den neuen Räumen in der Schlossstraße 12 in Potsdam mit. „Ich finde es wichtig, die vorhandene Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung zu fördern und zu festigen, damit sich in der Zivilgesellschaft ein deutliches und nachhaltiges Gegengewicht gegen rassistische und fremdenfeindliche Einstellungen und Aktivitäten etabliert“, sagte der Gründer und Vorsitzende der Stiftung, Friedrich Flick, anlässlich der gestrigen Entscheidungen. Das Fördervolumen insgesamt beträgt nach eigenen Angaben mehr als eine Million Euro.

Insgesamt werden drei Projekte in Potsdam unterstützt. So etwa das bundesweit einzige Modellbildungs- und Integrationsprojekt „Musik schafft Perspektive“ der Kammerakademie Potsdam gemeinsam mit der Stadtteilschule Drewitz und der Stadt Potsdam. Hier entsteht ab 2015 ein umfassendes Stadtteilprojekt, das mit 70 000 Euro gefördert wird. Zu den beiden anderen Projekten in Potsdam gehören die Patenschaft mit der Rosa-Luxemburg-Schule und die „Projektwerkstatt Lindenstraße 54“. In dem barocken Stadtpalais, das im 20. Jahrhundert ein Gefängnis für politische Gefangene des Dritten Reiches war, können Jugendliche die Geschichte lebendig erleben und Zeitzeugen begegnen.

Erstmals seit der Gründung der Stiftung unterstützt sie im kommenden Jahr auch ein Projekt, das sich direkt an rechtsextreme Eltern wendet. Das Projekt „Komment“ des Violence Prevention Network, berät in mehreren neuen Bundesländern Erzieher, Lehrer und Jugendsozialarbeiter bei der Arbeit mit den Eltern.

Mit der gestrigen Sitzung fiel auch der Startschuss für ein bereits beschlossenes Projekt, das auf eine langfristige Unterstützung angelegt ist: die Initiative „Ein Quadratkilometer Bildung“ in Fürstenwalde (Oder-Spree). Sie widmet sich der Integration und Bildung von Flüchtlingskindern. Für den Geschäftführer der Regionalen Arbeitsstellen für Bildung, Integration und Demokratie e.V. (RAA) Brandenburg (Projektträger), Alfred Roos, ist die enge Kooperation und Kommunikation zwischen Kitas, Schulen, Eltern und Wirtschaft ein entscheidender Faktor für gute Bildungsvoraussetzungen. Dafür stellt die Stiftung jährlich 50 000 Euro zur Verfügung.

Die 2001 gegründete Stiftung unterstützt Projekte von und für Kinder und Jugendliche und ist vor allem in den neuen Ländern aktiv. Friedrich Christian Flick ist Erbe eines Milliardenvermögens, Kunstsammler und Enkel von Friedrich Flick. Sein Großvater war einer der wichtigsten Rüstungslieferanten in Nazi-Deutschland.Katrin Miller