• Forderung der Linken: In Brandenburg soll mehr auf Corona getestet werden

Forderung der Linken : In Brandenburg soll mehr auf Corona getestet werden

Die Kenia-Koalition will eine mögliche Gefahr durch das Coronavirus in Schulen, Kitas und Pflegeheimen mit mehr Tests früher aufspüren. Dazu sind freiwillige und stichprobenartige Untersuchungen vorgesehen. Das sei zu wenig, meint die oppositionelle Linksfraktion.

Oliver von Riegen
In Brandenburger wird über die Corona-Teststrategie debattiert. 
In Brandenburger wird über die Corona-Teststrategie debattiert. Foto: Jean-Christophe Bott/KEYSTONE/dpa

Potsdam - Die geplanten Corona-Tests in Schulen, Kitas und Pflegeheimen in Brandenburg sind nach Ansicht von Linksfraktionschef Sebastian Walter nicht ausreichend. „Wenn man stichprobenartige Kontrollen macht, wenn man freiwillig anbietet, dass sich Lehrerinnen und Lehrer testen lassen, da muss man mehr anbieten“, sagte Walter der Deutschen Presse-Agentur in Potsdam. Das Virus sei noch da, deshalb gehe es darum zu planen, wie Ausbrüche regional eingegrenzt werden könnten. Er habe Zweifel, dass die geplanten Untersuchungen dafür reichen. „Dazu brauchen wir deutlich mehr Testungen.“

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Sebastian Walter, Fraktionsvorsitzender der Partei Die Linke in Brandenburg. 
Sebastian Walter, Fraktionsvorsitzender der Partei Die Linke in Brandenburg. Foto: Soeren Stache/dpa

Walter fordert regelmäßige, verpflichtende Tests 

Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) hatte angekündigt, dass sich Lehrer und Erzieher für drei Monate alle zwei Wochen testen lassen können. Zudem sind Stichproben geplant: Ein Prozent aller Schüler und Kita-Kinder soll drei Monate lang alle 14 Tage untersucht werden, in Pflegeheimen soll ein Prozent der Mitarbeiter und Bewohner im gleichen Rhythmus getestet werden. Damit sollen Infizierte ohne Symptome erkannt, gefährdete Gruppen geschützt und größere Beschränkungen verhindert werden.

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Der Linksfraktionschef schlägt vor, „dass wir eine regelmäßige verpflichtende Testung von Lehrerinnen, Lehrern und Kita-Personal haben“. Walter sagte: „Wir müssen den Umgang mit diesem Virus lernen.“ Seine Fraktion fordert außerdem über das Soforthilfeprogramm Brandenburgs für kleine Firmen hinaus bis zu 100 Millionen Euro für Gaststätten, Tourismus- und Veranstaltungsbetriebe. Die Fraktion verlangt auch ein Investitionsprogramm für Kommunen.

Kaum noch Beschränkungen in Brandenburg ab Montag

Am Montag fällt in Brandenburg die Kontaktbeschränkung für mehr als zwei Haushalte oder über zehn Menschen. Der Mindestabstand von 1,5 Metern und die Hygieneregeln bleiben aber bestehen. Für Demos im Freien gilt dann keine Obergrenze mehr, aber der Zutritt muss gesteuert werden. Öffentliche und private Veranstaltungen dürfen mit bis zu 1000 Menschen stattfinden. Die Sperrstunde in Gaststätten und Cafés zwischen 22 Uhr und 6 Uhr fällt.In Krankenhäusern und Pflegeheimen sind bis 15. Juli je zwei Besucher möglich.

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Nach rund drei Monaten öffnen am Montag wieder Kitas für alle Kinder. Die Schulen sind nach den Ferien ab 10. August mit normalem Unterricht dran. Seit diesem Samstag können nach den Freibädern auch Thermen und Schwimmbäder wieder öffnen. Betreiber rechnen aber nicht mit einem großen Ansturm.

Sieben Neuinfektionen am Samstag gemeldet

Von Freitag bis Samstag kamen in Brandenburg sieben bestätigte Corona-Infektionen neu hinzu. Derzeit gelten rund 60 Menschen im Land als erkrankt, wie das Gesundheitsministerium mitteilte.

Wer nach Brandenburg einreist, muss ab kommendem Dienstag bei Rückkehr aus einem Risikogebiet in zweiwöchige Quarantäne. Dann gilt eine neue Rechtsgrundlage. In der aktuellen Verordnung ist die häusliche Zeit für die Rückkehr aus allen Staaten außerhalb der EU-Länder sowie Island, Liechtenstein, Norwegen, die Schweiz und das Vereinigte Königreich vorgeschrieben. dpa


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