• Feuer in der Lieberoser Heide: Hoffen auf günstigen Wind

Feuer in der Lieberoser Heide : Hoffen auf günstigen Wind

Etwa 100 Hektar Fläche stehen in der Lieberoser Heide in Brand - ausgerechnet auf munitionsverseuchten Böden. Das erschwert die Löscharbeiten - aber auch die Prognosen.

Oliver Beckhoff dpa
Die Löscharbeiten in der Lieberoser Heide dauern an.
Die Löscharbeiten in der Lieberoser Heide dauern an.Foto: Julian Stähle/dpa

Wegen des Brandes in der Lieberoser Heide hoffen die Löschkräfte auf günstige Windverhältnisse. In der Nacht zum Mittwoch standen in dem Gebiet im Landkreis Dahme-Spreewald noch rund 100 Hektar in Flammen, wie ein Sprecher der Regionalleitstelle Lausitz sagte. "Problematisch wird es definitiv, wenn der Wind auffrischen sollte - Funkenflug könnte alles wieder anfachen", erklärte er.

Zusätzlich erschwert wird die Arbeit dadurch, dass zuletzt zwei Moore den Brandschwerpunkt bildeten. Durch den Torf brenne das Feuer beständig, hieß es. "Es ist noch lange nicht aus." In den vergangenen Tagen hatten sich die Löschkräfte vor allem darauf konzentriert, eine weitere Ausbreitung des Feuers zu verhindern.

Detonationen möglich

Nach Angaben eines Landkreis-Sprechers vom Dienstag konzentriert sich das Feuer vollständig auf das munitionsverseuchte Gebiet eines früheren Truppenübungsplatzes zwischen den Ortschaften Byhlen und Klein Liebitz. Die Löschkräfte zwingt dies zu besonderen Vorsichtsmaßnahmen, weil Detonationen drohen.

Mit rund 27.000 Hektar war die Lieberoser Heide in der Brandenburger Niederlausitz einer der größten Truppenübungsplätze der DDR. Davor, in der NS-Zeit, hatte eine SS-Division von 1942 bis 1945 den Platz genutzt. Von 1947 an übernahmen die sowjetischen Streitkräfte das Gelände. Von 1947 bis 1992 wurden auf dem Truppenübungsplatz Munition und neue Waffentechnik getestet. Was genau in den Böden liegt, können Experten bis heute nicht klar sagen.

Unterstützung durch Hubschrauber

Ein als rote Zone bezeichnetes Sperrgebiet darf aus Sicherheitsgründen niemand betreten. Kenntlich gemacht ist es durch ein Schrankensystem. Der Brand konnte deshalb zuletzt den Angaben zufolge vom Boden aus nur von einer Seite angegangen werden. Bei einem vorangegangenen Großbrand vor zwei Wochen habe man das Gebiet noch komplett umfahren und von jeder Seite löschen können. Unterstützt wird die Feuerwehr daher aus der Luft - von einem Hubschrauber der Bundespolizei, der 2000 Liter Wasser fassen kann.