• FC Energie Cottbus: Polizei ermittelt Träger von Cottbuser Nazi-Trikot

FC Energie Cottbus : Polizei ermittelt Träger von Cottbuser Nazi-Trikot

Die Brandenburger Polizei hatte mit Bildern nach ihm gesucht: Jetzt hat sie den Mann gefunden, der mit einem Nazi-Trikot im Stadion von Energie Cottbus auftauchte.

Mit diesem NS-verherrlichenden Trikot besuchte ein Cottbuser Fan ein Heimspiel des Lausitzer Fußballklubs.
Mit diesem NS-verherrlichenden Trikot besuchte ein Cottbuser Fan ein Heimspiel des Lausitzer Fußballklubs.Foto: privat

Cottbus - Der Fall hatte bundesweit Schlagzeilen gemacht: Die Brandenburger Polizei hat den Träger eines NS-verherrlichenden Cottbus-Trikots ermittelt. Dabei handele es sich um einen 38-Jährigen aus dem Raum Cottbus, teilte die Behörde am Freitag mit. Bisher sei der Mann polizeilich noch nicht in Erscheinung getreten. Die Ermittlungen liefen wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Symbole.

Jetzt erwartet ihn ein Stadionverbot

Der Fußballverein FC Energie Cottbus reagierte prompt auf den Ermittlungserfolg. Im Kurznachrichtendienst Twitter stellte er klar: „Wir wollen so eine Person nicht im Stadion haben.“ Gleichzeitig kündigte der Klub an, dass er gegen den offenbar rechtsextremen Stadionbesucher ein bundesweites Stadionverbot verhängen wolle. 


Auslöser der Ermittlungen war ein Foto, das die PNN im August des vergangenen Jahres veröffentlicht hatten. Darauf zu sehen war ein Mann, der im Cottbuser Stadion der Freundschaft ein Trikot mit der Aufschrift „Siegheilson“ trug – offenbar eine Anspielung auf die bekannte NS-Parole. Der Vorfall ereignete sich ausgerechnet beim DFB-Pokal-Spiel gegen den SC Freiburg, eine Prestige-Partie für den Verein aus der Lausitz. Einige Wochen nach dem PNN-Bericht hatte die Polizei nach Anordnung des Amtsgerichts weitere von Zeugen geschossene Fotos veröffentlicht und nach Hinweisen gefragt.

Erst vor wenigen Tagen hat es einen weiteren rechtsextremen Vorfall im Cottbuser Stadion gegeben: Im Fanblock hatten Energie-Fans ein riesiges Gedenkbanner für den verstorbenen Chemnitzer Neonazi Thomas Haller gezeigt. Der Verein musste hinterher einräumen, dass Verantwortliche des Klubs das Transparent genehmigt hatten. Das Banner sei kurzfristig angemeldet worden, die Verantwortlichen konnten mit dem Namen nichts anfangen. Der Cottbuser Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) kritisierte daraufhin: „Ich hätte von den Vereinsgremien mehr Sensibilität erwartet.“