• Ex-Chef der Stadtwerke beging Suizid Lenz war wegen Untreue in Neuruppin verurteilt

Brandenburg : Ex-Chef der Stadtwerke beging Suizid Lenz war wegen Untreue in Neuruppin verurteilt

Neuruppin - Der wegen schwerer Untreue zu einer Bewährungsstrafe verurteilte frühere Neuruppiner Stadtwerke-Chef, Dietmar Lenz, hat Selbstmord begangen. Der 54-Jährige habe einen Abschiedsbrief hinterlassen, sagte der Neuruppiner Oberstaatsanwaltschaft Jürgen Schiermeyer am Dienstag auf anfrage. Zum Inhalt des Briefes – etwa ob der Suizid im Zusammenhang mit dem Gerichtsurteil vom März steht – machte er keine Angaben. Die Leiche war laut Polizei am Montagnachmittag entdeckt worden.

Das Landgericht Neuruppin hatte Lenz im März zu zwei Jahren Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Es sah 27 Fälle von besonders schwerer Untreue als erwiesen an. Der Schaden: Rund eine halbe Million Euro. Lenz hatte unter anderem eingeräumt, im Jahr 2006 etwa 400 000 Euro aus dem Vermögen der Stadtwerke am Aufsichtsrat vorbei dem Sportverein MSV Neuruppin für einen geplanten Stadionkauf zur Verfügung gestellt zu haben. Lenz war damals auch MSV-Vizepräsident.

Am Landgericht läuft derzeit noch ein Zivilverfahren, in dem die Stadtwerke nach Auskunft einer Gerichtssprecherin rund 600 000 Euro Schadenersatz von Lenz fordern. Im Regelfall werde ein solches Verfahren im Fall des Todes gegen die Erben fortgeführt, hieß es.

Lenz hinterlässt eine Frau und drei Töchter. pet/dpa