• Deutliche Zunahme: Mehr rassistische Straftaten in Brandenburg

Deutliche Zunahme : Mehr rassistische Straftaten in Brandenburg

Zwischen April und Juni registrierte die Polizei nach vorläufigen Angaben 39 Delikte, zehn mehr als in den ersten drei Monaten des Jahres. Die Straftaten gegen Flüchtlinge nahmen leicht zu.

Manfred Rey
Teilnehmer einer Demonstration gegen Rassismus (Archivbild).
Teilnehmer einer Demonstration gegen Rassismus (Archivbild).Foto: dpa

Potsdam - Die Zahl der rassistischen Straftaten in Brandenburg hat im zweiten Quartal dieses Jahres deutlich zugenommen. Die Polizei registrierte von April bis Juni nach vorläufigen Angaben 39 Delikte, zehn mehr als in den ersten drei Monaten des Jahres, wie aus der Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage aus der Linksfraktion des Landtages hervorgeht. 38 der 39 Fälle waren laut Polizei rechtsextremistisch motiviert.

Die Zunahme kann noch höher ausfallen, da den Angaben zufolge Nachmeldungen für das zweite Quartal möglich sind. Zu den Straftaten gehören Delikte wie Körperverletzungen, Volksverhetzungen, Beleidigungen, Bedrohungen, Sachbeschädigungen und das Verwenden verfassungsfeindlicher Kennzeichen.

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Straftaten gegen Flüchtlinge nahmen leicht zu

Auch die Straftaten gegen Flüchtlinge, die in einer gesonderten polizeilichen Statistik geführt werden, nahmen geringfügig zu. Ihre Zahl erhöhte sich im Vergleich der beiden Quartale von 32 auf 33. In einem weiteren Fall hatte die Polizei im Februar eine Sachbeschädigung an einer Flüchtlingsunterkunft bestätigt. Auch diese nahezu ausschließlich von Rechtsextremisten begangenen Übergriffe könnten sich durch Nachmeldungen für das zweite Quartal noch erhöhen. Etwa jeder dritte Fall war ein Körperverletzungsdelikt.

Im gesamten Vorjahr hatten sich der Polizeistatistik zufolge in Brandenburg 209 Angriffe gegen Flüchtlinge und ihre Unterkünfte ereignet, 2019 waren es noch 268. Auch die Zahl der rassistisch motivierten Straftaten hatte sich im Vergleich der beiden Jahre von 210 auf 113 verringert. Alle Attacken stufte die Polizei als politisch motivierte Straftaten ein. (dpa)

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