• Demo gegen Fluglärm in Potsdam: Platzeck erteilt Nachtflugverbot eine Absage

Demo gegen Fluglärm in Potsdam : Platzeck erteilt Nachtflugverbot eine Absage

UPDATE. Mit einem symbolischen Nickerchen haben etwa 700 Demonstranten am Montagabend vor der Potsdamer Staatskanzlei für ein Nachtflugverbot am künftigen Großflughafen BER in Schönefeld demonstriert. Regierungschef Platzeck ließ sich auspfeifen und blieb bei seiner Haltung

Schläfer-Protest: Vor der Staatskanzlei in Potsdam demonstrierten Fluglärmgegner am Montag gegen die geplanten Flugrouten vom und zum neuen Großflughafen BER in Schönefeld.
Schläfer-Protest: Vor der Staatskanzlei in Potsdam demonstrierten Fluglärmgegner am Montag gegen die geplanten Flugrouten vom und...Foto: Andreas Klaer

Unter dem Motto „Aktion Sandmännchen - (K)ein Bett im Fluglärm“ legten sich am Montag Dutzende von ihnen mit Isomatte und Schlafsack auf die Heinrich-Mann-Allee. Ziel war nach Angaben der Organisatoren von der Bürgerinitiative „Fluglärmfreie Havelseen“, Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) auf das Problem aufmerksam zu machen. Platzeck, der gegen 18.15 Uhr zu den etwa 700 Demonstranten vor sein Bürogebäude kam, hatte allerdings keine guten Nachrichten für die Fluglärmgegener, die sich auch für ein umfassendes Nachtflugverbot am neuen Großflughafen BER in Schönefeld einsetzen. Platzeck erteilte dieser Forderung vor den Demonstranten eine Absage: „Diese Forderung werde ich nicht unterschreiben.“  Der neue Flughafen brauche gute Rahmenbedingungen, begründete Platzeck die Haltung der Landesregierung. Das sei auch im Sinne der Brandenburger: „Der Flughafen gehört den Steuerbürgern.“ In seiner Rede, die von Schmährufen unterbrochen wurde, attackierte er CDU-Landeschefin Saskia Ludwig. Die hatte jüngst gesagt, dass der BER aus heutiger Sicht am falschen Standort entstehe. Es sei immerhin die CDU in Berlin und im Bund gewesen, die 1996 den Standort Schönefeld „durchgedrückt“ habe, so Platzeck. „Das ist kein verantwortliches Handeln. Da lasse ich mich lieber auspfeifen“, sagte der Ministerpräsident.
Teilnehmer der Demonstration hielten Schilder in der Hand, auf denen Sprüche wie „Keine Jumbos über der Havel“ oder „Still ruht die Havel“ standen. Während der Aktion musste die Heinrich-Mann-Allee für den Auto- und Straßenbahnverkehr gesperrt werden. pnn

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