• Debatte über Abschuss von Wölfen: Bauernbund wirft Bundesumweltministerin Schulze Täuschung vor

Debatte über Abschuss von Wölfen : Bauernbund wirft Bundesumweltministerin Schulze Täuschung vor

Bundesumweltministerin Svenja Schulz will durch eine Gesetzesänderung den Abschuss von Wölfen erleichtern. Doch Brandenburgs Bauernbund geht das nicht weit genug.

Der bislang strenge Schutz von Wölfen in Deutschland soll aufgeweicht werden, wie Bundesumweltministerin Schulze nun angekündigt ha
Der bislang strenge Schutz von Wölfen in Deutschland soll aufgeweicht werden, wie Bundesumweltministerin Schulze nun angekündigt...Foto: Monika Skolimowska/Zdpa

Potsdam - Der Bauernbund Brandenburg hat die Ankündigung von Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) zum erleichterten Wolfabschuss als „billiges Täuschungsmanöver“ zurückgewiesen. Eine vergleichbare Regelung gelte seit einem Jahr in Brandenburg, ohne dass bisher einem Wolf ein Haar gekrümmt worden sei, bemängelte Bauernbund-Vorstand Frank Michelchen, Biobauer aus Leibsch (Dahme-Spreewald), und erneuerte die Forderung seines Verbandes nach Ausweisung von wolfsfreien Zonen zum Schutz der Weidetierhaltung im Land.

Schulze will durch eine Gesetzesänderung den Abschuss von Wölfen erleichtern. „Wenn Wölfe mehrfach Schutzzäune überwinden oder Menschen zu nahe kommen, muss man sie auch abschießen dürfen“, sagte Schulze der „Bild am Sonntag“. Konkret soll dem Bericht zufolge ein Wolf künftig bereits geschossen werden dürfen, wenn er „ernste landwirtschaftliche Schäden“ verursacht.

Bauernbund: Umweltministerin weiß, dass die teuren Zäune nichts taugen

„Der Vorschlag der Ministerin heißt doch im Klartext, wir Bauern müssen erstmal teure Zäune bauen, von denen inzwischen sogar Frau Schulze weiß, dass sie nichts taugen“, kritisiert Michelchen. „Und dann müssen wir hilflos zuschauen, wie die Wölfe mehrfach unsere Schafe, Kälber oder Fohlen reißen und bei lebendigem Leib auffressen.“ Erst danach dürften die Bauern einen Antrag auf Abschuss stellen, „der von den Naturschutzbehörden vielleicht genehmigt, von den Naturschutzverbänden mit Sicherheit beklagt und im Ergebnis niemals umgesetzt wird“, meint der Verbandschef. 

Statt der betroffenen Landbevölkerung weiterhin Sand in die Augen zu streuen, solle Schulze das tun, was ihre Aufgabe als Bundesumweltministerin sei, erklärte Michelchen. Es sei höchste Zeit, den strengen Schutzstatus aufzugeben, damit das Raubtier durch Jagd reguliert werden könne. Wölfe sind in Deutschland streng geschützt, bisher gab es nur einige wenige Abschussgenehmigungen für auffällig gewordene Tiere.