• Debatte in der CDU: Saskia Ludwig distanziert sich von Werte-Union

Debatte in der CDU : Saskia Ludwig distanziert sich von Werte-Union

Saskia Ludwig gehörte von Beginn an in Brandenburg zur Werte-Union. Sie ist inzwischen kein Mitglied des ultrakonservativen Netzwerks mehr. Nun äußert sie sich über dessen Entwicklung.

Oliver von Riegen
Saskia Ludwig während einer Rede im Brandenburger Landtag.
Saskia Ludwig während einer Rede im Brandenburger Landtag.Foto: dpa

Werder/Havel - Die Brandenburger CDU-Abgeordnete Saskia Ludwig hat sich von der Werte-Union - einem ultrakonservativen Netzwerk, dem sie früher angehörte - distanziert. „Die Werte-Union hat sich in der letzten Zeit stärker aus der CDU heraus entwickelt, so dass die Partei in Gänze von etwaigen Impulsen und Ideen nicht mehr profitieren konnte“, sagte die Bundestags- und Landtagsabgeordnete der Deutschen Presse-Agentur. 

„Diese Entwicklung zeichnete sich schon länger ab. Deshalb habe ich die Gruppe auch bereits zu Ostern letzten Jahres verlassen.“ Damals war Alexander Mitsch an der Spitze. Interne Kritiker werfen seinem Nachfolger Max Otte vor, den Verein nach rechts rücken und zur AfD hin öffnen zu wollen.

„Die Werte-Union war zu einem bestimmten Zeitpunkt eine notwendige Basis für CDU-Mitglieder, die sich mit der Neuausrichtung der Partei, ohne inhaltliche Debatten zu führen, übergangen fühlten“, sagte Ludwig. Die CDU-Politikerin gehörte 2017 zu den Initiatorinnen der Werte-Union in Brandenburg. Sie warb bereits in ihrer Funktion als Landeschefin von 2010 bis 2012 für die Werte der CDU.

Ludwig ruft CDU zu Geschlossenheit auf

Ludwig rief die Partei im Bundestagswahljahr zu Geschlossenheit unter dem Vorsitzenden und Unions-Kanzlerkandidaten Armin Laschet auf. Sein Angebot, die CDU als Volkspartei wieder breiter aufzustellen, sei ein Angebot an alle Mitglieder der Partei, sagte sie. „Jetzt sollte die CDU geschlossen hinter Armin Laschet stehen, dem es täglich gelingt, die unterschiedlichen Positionen in der Union zusammenzuführen. Er hat unser Vertrauen verdient.“ Laschet binde die Bürgerlich-Konservativen ein, so dass sich eine Beteiligung der Werte-Union erübrige. „Ihre desolate Lage spricht für sich“, so Ludwig.

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Keine offizielle Parteigliederung

Die Werte-Union sieht sich als Vertretung der konservativen Strömung in der Union, ist aber keine offizielle Parteigliederung. Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz und Hessens Ministerpräsident und CDU-Bundesvize Volker Bouffier hatten CDU-Mitglieder zum Austritt aus der Werte-Union aufgefordert. 

Der Verein hat nach eigenen Angaben über 4000 Mitglieder, darunter sind auch solche ohne CDU-Parteibuch. Die CDU hat rund 400.000 Mitglieder, rund 140 000 sind es bei der CSU.

Ludwig kämpft um Direktmandat

Bei der Bundestagswahl im September will Ludwig im prestigeträchtigen Promi-Wahlkreis 61, zu dem Potsdam sowie einige Umlandgemeinden gehören, das Direktmandat für die CDU erringen. Sie tritt gegen die Kanzlerkandidaten von Grünen und SPD, Annalena Baerbock und Olaf Scholz, an. 

Für die FDP geht Linda Teuteberg ins Rennen, für die Linke Norbert Müller. Für die AfD kandidiert Tim Krause. Für die Piratenpartei will Thomas Bennühr aus Oberhavel antreten. Als parteiunabhängige Kandidatin tritt die Klimaaktivistin Lu Yen Roloff an, für die BVB/Freien Wähler der Potsdamer Stadtverordnete Andreas Menzel. (dpa/mit cmü)

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