• Dauerbaustelle BER-Flughafen: Ex-Mitglied: Zu wenig Bau-Sachverstand in Flughafen-Aufsichtsrat

Dauerbaustelle BER-Flughafen : Ex-Mitglied: Zu wenig Bau-Sachverstand in Flughafen-Aufsichtsrat

Nächste Woche tagt wieder der Aufsichtsrat, um Termine und Kosten des Milliardenprojekts in den Griff zu bekommen. Da bekennt erstmals ein früheres Mitglied, dass das Gremium nicht optimal besetzt wird.

Ein Ex-Mitglied bescheinigt den Aufsichtsräten am BER wenig Sachverstand.
Ein Ex-Mitglied bescheinigt den Aufsichtsräten am BER wenig Sachverstand.Foto: dpa

Berlin - Im Aufsichtsrat des künftigen Hauptstadtflughafens fehlen aus Sicht des früheren Mitglieds Engelbert Lütke Daldrup Baufachleute. Die meisten Aufsichtsräte hätten noch nie ein größeres Bauvorhaben begleitet und machten dies anschließend auch nicht wieder, kritisierte der frühere Baustaatssekretär des Bundes, Lütke Daldrup, am Freitag im Flughafen-Untersuchungsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses. Der Stadtplaner saß von 2006 bis 2009 in dem Kontrollgremium des Flughafens.

"Ich hätte mir da ein bisschen mehr baulichen Sachverstand gewünscht." Nicht immer seien die relevanten Fragen diskutiert worden. Lütke Daldrup sagte, der Bund habe schon 2008 darauf gedrungen, die Flughafenspitze um einen Finanzgeschäftsführer zu erweitern. Das Management habe damals vorübergehend den Überblick über die Gesamtkosten verloren. Die Mehrheitseigentümer Berlin und Brandenburg hätten aber Umstrukturierungen in den Abteilungen bevorzugt.

An diesem Mittwoch tritt der Aufsichtsrat wieder zusammen - unter dem Eindruck des Streits zwischen Flughafenchef Hartmut Mehdorn und Technik-Geschäftsführer Horst Amann. Der heutige Baustaatssekretär Rainer Bomba (CDU), sagte nach einer Projektausschusssitzung am Freitag, er erwarte dennoch keine großen Personalentscheidungen.

Das gelte auch für den Vorsitz des Aufsichtsrats. Den leitet der frühere langjährige Vorsitzende, Berlins Regierender Bürgermeister Wowereit, wieder kommissarisch, seit sich Brandenburgs Ex-Regierungschef Matthias Platzeck (SPD) zurückgezogen hat. Bomba kündigte jedoch an, dass der Flughafen in nächster Zeit die Verträge einiger hundert externer Planer auslaufen lasse. Ihre Dienste würden nicht mehr benötigt. Eine Befragung Bombas im Untersuchungsausschuss des Abgeordnetenhauses wurde aus Zeitgründen verschoben. (dpa)