• Cottbuser OB warnt vor Hass und Gewalt Bürgerforum zum Umgang mit Flüchtlingen

Brandenburg : Cottbuser OB warnt vor Hass und Gewalt Bürgerforum zum Umgang mit Flüchtlingen

Cottbus - Angesichts von gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Deutschen und Flüchtlingen in Cottbus, hat Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) die Bürger zum Dialog über die Integration der Zuwanderer aufgerufen. „Erschreckend ist der Hass in vielen Köpfen, ist das Beleidigen und das Beleidigtsein“, mahnte Kelch am Samstag bei einer Sondersitzung der Stadtverordnetenversammlung. „Ich erwarte von allen Cottbusern eine Abkehr von politischem Extremismus jeder Art und eine Abkehr von Hass und Gewalt.“ Daher wolle die Politik in Bürgerversammlungen in sechs Stadtteilen mehr von den Sorgen der Bürger im Umgang mit den Flüchtlingen erfahren.

Vor dem Stadthaus beteiligten sich etwa 120 Menschen an einer Demonstration des Vereins „Zukunft Heimat“ gegen Zuwanderung. Zu den Demos des Vereins waren in den vergangenen Wochen oft mehrere tausend Bürger gekommen. Aktuell leben nach Angaben von Kelch 8748 Ausländer in der Stadt, darunter 3290 Flüchtlinge. Der Ausländeranteil habe sich in den vergangenen zehn Jahren auf 8,4 Prozent mehr als verdoppelt.

„Wir können vielen Kindern derzeit keine Kitaplätze bieten und Schulklassen platzen aus allen Nähten“, räumte der Oberbürgermeister ein. In Richtung Landesregierung forderte er: „Die Integrationspauschalen müssen nicht nur für dieses Jahr, sondern rückwirkend seit 2016 gezahlt werden.“ Zudem müssten die verstärkten Streifen von Polizei und Ordnungsamt so lange aufrecht erhalten werden, wie dies notwendig sei. Die Stadt bereite aber auch eine Vereinbarung mit den Flüchtlingen vor, in dem diese sich verpflichten sollten, sich an Regeln in Deutschland zu halten.

In einem anschließenden Bürgerforum warben die meisten Redner um mehr Verständnis für die Flüchtlinge. Ein Vertreter einer größeren Immobilienfirma erklärte hingegen, dass viele Zuwanderer für Probleme sorgten, weil sie sich nicht an die Hausordnungen hielten. Der Vizepräsident der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus-Senftenberg, Matthias Koziol, nannte die Flüchtlinge eine Bereicherung für die Stadt. Zudem sei die Universität dringend auf ausländische Fachkräfte angewiesen.dpa