• Coronavirus breitet sich aus: Stationäre Behandlungen müssten zurückgestellt werden

Coronavirus breitet sich aus : Stationäre Behandlungen müssten zurückgestellt werden

Brandenburg und Berlin rüsten sich für einen Ausbruch des neuartigen Virus – die wichtigsten Fragen und Antworten.

Das Klinikum "Ernst von Bergmann" in Potsdam.
Das Klinikum "Ernst von Bergmann" in Potsdam.Foto: Ottmar Winter

Potsdam - Die Länder Brandenburg und Berlin bereiten sich auf einen Ausbruch des Coronavirus vor. Ein Überblick.

Wie sieht der Pandemieplan für Brandenburg aus und wird er nun überarbeitet?

„Wir haben Pandemiepläne, ein Teil davon ist der Influenza-Pandemieplan“, teilt das Gesundheitsministerium in Potsdam mit. Dieser werde nun zur Grundlage genommen und für das Sars-2-Virus aktualisiert.

Welche Institutionen sind in den Plan eingebunden?

In den Pandemieplan sind laut Gesundheitsministerium Institutionen der verschiedenen Ebenen des Öffentlichen Gesundheitswesens eingebunden. Zu ihnen gehören das Gesundheitsministerium, das für Gesundheit zuständige Landesamt und die Gesundheitsämter der Kreise, das Innenministerium sowie auch andere Institutionen der gesundheitlichen Versorgung.

Würden im Falle eines Corona-Ausbruchs Städte abgeriegelt werden müssen?

Es gelte die Angemessenheit und Verhältnismäßigkeit zu wahren, betont Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne). Derzeit sehe man keine Notwendigkeit zu einer Einschränkung der Freizügigkeit im Falle eines Auftretens von positiv getesteten Corona-Fällen. Es gebe derzeit auch keine entsprechende Empfehlung des Bundesgesundheitsministeriums oder des Robert-Koch-Instituts. Gleichwohl enthalte das Infektionsschutzgesetz eine Generalermächtigung, wonach auch Brandenburgs Behörden „notwendige Maßnahmen zur Abwehr drohender Gefahren durch das Auftreten übertragbarer Krankheiten“ ergreifen können. Zuständig für die Umsetzung sind dann die Landkreise und die kreisfreien Städte.

Ursula Nonnemacher.
Ursula Nonnemacher.Foto: ZB

Sind die Gesundheitsämter personell ausreichend ausgestattet für so eine Lage?

„Da noch nicht bekannt ist, welchen Umfang die COVID-19-Erkrankungen im Land einnehmen werden, ist noch nicht abzuschätzen, ob die Gesundheitsämter personell verstärkt werden müssen“, teilt das Gesundheitsministerium mit.

Reichen die Bettenkapazitäten in Brandenburg aus?

Die Krankenhäuser in Brandenburg haben laut Ministerium für entsprechende Situationen Notfallpläne, die Maßnahmen vorsehen, um eine angemessene Bettenkapazität zur Verfügung zu stellen. Dazu gehört beispielsweise auch die Zurückstellung planbarer stationärer Behandlungen.

Sind die Krankenhäuser ausreichend mit Schutzkleidung und Arznei ausgestattet?

Derzeit reicht der Vorrat nach Aussage der Landeskrankenhausgesellschaft noch aus. Mit den Herstellern und Lieferanten laufen auf verschiedenen Ebenen Gespräche, um eine Versorgung auch zukünftig sicherzustellen. Das Problem der Verfügbarkeit bestimmter Arzneimittel bestehe unabhängig von Corona fort.

Hat Brandenburg eigene Möglichkeiten, um Corona-Tests auszuwerten?

In Brandenburg entnommene Proben werden zur molekularbiologischen Auswertung an ein Berliner Labor geschickt oder können im Carl-Thiem-Klinikum Cottbus analysiert werden.

Was unternimmt die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg (KVBB)?

Die KVBB hat nach Angaben ihres Sprechers Christian Wehry eine Taskforce eingerichtet und stellt den brandenburgischen Vertragsärzten Handlungsleitlinien und Informationen zur Verfügung.

Wie bereitet sich Berlin auf einen Corona-Ausbruch vor?

Polizei, Feuerwehr und Kliniken rüsten mit Blick auf das Coronavirus nach – in einem internen Schreiben der Landespolizeidirektion an alle Dienststellen wird die „Vorbereitung zur Übernahme einer stadtweiten Führungsverantwortung der polizeilichen Maßnahmen“ bei einer Ausbreitung der Infektion angekündigt. Die Bundeshauptstadt als Ballungsraum mit internationaler Bevölkerung und vielen Touristen unterliege per se einer erhöhten Gefährdung durch das Virus. Brandenburgs Gesundheitsministerium steht nach eigenen Angaben im engen Kontakt mit den anderen Ländern, auch Berlin.

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