• Corona-Regeln an Brandenburger Schulen: Nur mit Negativ-Test zum Unterricht

Corona-Regeln an Brandenburger Schulen : Nur mit Negativ-Test zum Unterricht

Die weiterführenden Schulen in Brandenburg gehen wieder in den Distanzunterricht, für Präsenzlernen gilt ab 19. April eine Testpflicht. 

Schüler sollen sich zwei Mal pro Woche selbst testen.
Schüler sollen sich zwei Mal pro Woche selbst testen.Foto: Matthias Bein/dpa

Potsdam - Angesichts weiter hoher Infektionszahlen verschärft das Land Brandenburg die Corona-Regeln für Schüler. Die weiterführenden Schulen kehren mit Ausnahme der Abschlussklassen ab Montag wieder zum Distanzunterricht zurück. Vor den Osterferien galt zwei Wochen lang auch ab Klasse 7 ein Wechsel zwischen Präsenzlernen und Homeschooling. Die Grundschulen behalten das Wechselmodell bei, allerdings gilt ab 19. April, also nach einer Übergangsphase von einer Woche, eine Testpflicht für alle Schulen: Schüler, Lehrer und weitere Schulmitarbeiter dürfen die Einrichtungen dann nur betreten, wenn sie einen negativen Corona-Selbsttest vorlegen können. Das beschloss das Kabinett am Dienstag in Potsdam. Zuvor hatte die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) eine Testpflicht für den Präsenzunterricht gefordert.

Angst vor Mutanten 

„Wir haben uns entschieden, die Notbremse im Land Brandenburg weiter anzuziehen“, sagte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) nach der Kabinettssitzung. „Angesichts des dynamischen Infektionsgeschehens und der ansteckenden Virusvarianten müssen wir weiter vorsichtig sein“, sagte Woidke. So sei die Zahl der Patienten auf Intensivstationen in Brandenburger Krankenhäusern von 86 am 15. März auf 136 am 5. April deutlich gestiegen. Es müsse sorgfältig abgewogen werden zwischen dem Recht auf gute Bildung und dem Gesundheitsschutz, sagte er.
Für Kinder und Jugendliche sei das eine „sehr, sehr harte Entscheidung“, so Bildungsministerin Britta Ernst (SPD). Der Landesregierung sei bewusst, dass mit dem Distanzlernen auch die Sozialkontakte litten. Aber das Infektionsgeschehen bei Kindern sei in der dritten Welle ein anderes als in den vorherigen Pandemie-Phasen. Das Ansteckungsrisiko sei durch die Mutanten deutlich höher.

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Präsenzpflicht bleibt aufgehoben 

Schüler sollen sich künftig zwei Mal pro Woche selbst testen. Ohne negatives Testergebnis gelte dann ein Betretungsverbot für die Schulen, sagte Ernst, die wegen ihres Schlingerkurses in der Corona-Politik in der Kritik steht. Die Pflicht zur Teilnahme am Präsenzunterricht ist zunächst weiter aufgehoben. Auch Eltern von Förderschülern des Schwerpunkts geistige Entwicklung können selbst entscheiden, ob sie ihre Kinder in den Präsenzunterricht schicken oder nicht. 
Volljährige Schüler könnten die Tests von der Schule selbst mitnehmen. Eltern von Minderjährigen können sie abholen oder den Lehrern erlauben, sie ihren Kindern mitzugeben. Für den Nachweis des Selbsttests sollen die Eltern ein Formular ausfüllen. Damit werde es eine neue Stufe der Sicherheit und des Schutzes geben, so Ernst. An Brandenburger Schulen sind nach ihren Angaben bereits zwei Millionen Corona-Tests ausgeliefert worden. 500 000 weitere sollen kommen. Zudem soll auch Lehrern an weiterführenden Schulen ein Impfangebot gemacht werden, voraussichtlich werde es ab Mai Termine geben. Bislang können sich nur Grundschullehrer impfen lassen.

Wo sollen Kitakinder getestet werden?

Auch Kitakinder sollen künftig auf freiwilliger Basis Selbsttests machen können. Allerdings sei nicht klar, ob diese Tests, die das Land zur Verfügung stellen will, unter Aufsicht der Erzieher oder zu Hause durchgeführt werden sollen. Dazu liefen noch Gespräche mit den Trägern und Kommunen, so Ernst. Die Kitas bleiben weiterhin geöffnet, allerdings appelliert das Land an die Eltern, ihre Kindern nach Möglichkeit selbst zu betreuen. 
Potsdams Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) geht das Vorgehen des Landes nicht weit genug. „Wenn sich die Zahlen wie nach Weihnachten entwickeln, werden diese Maßnahmen leider nicht ausreichen, um die dritte Welle in Brandenburg zu stoppen“, sagte er den PNN. 

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