• Corona-Lage in Brandenburg: Zahl der Hot-Spots mit Ausgangsbeschränkungen steigt
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Corona-Lage in Brandenburg : Zahl der Hot-Spots mit Ausgangsbeschränkungen steigt

Die Mark weist die bundesweit vierthöchste Inzidenz auf. Corona-Schwerpunkt bleibt der Süden des Landes. Schüler bestimmter Klassenstufen müssen ab Montag nicht mehr in die Schule.

Silke Nauschütz
Am Samstag gab es eine gemeinsame Impfaktion des Kulturministeriums, Gesundheitsministerium und des Bergmann-Klinikums.
Am Samstag gab es eine gemeinsame Impfaktion des Kulturministeriums, Gesundheitsministerium und des Bergmann-Klinikums.Foto: dpa

Potsdam - Mit weiter steigenden Corona-Infektionszahlen, einer stockenden Impfkampagne und schärferen Corona-Bestimmungen in einigen Landkreisen ist das erste Adventswochenende in Brandenburg zu Ende gegangen. Die Zahl der Hotspot-Regionen in Brandenburg mit drohenden Ausgangsbeschränkungen für Ungeimpfte wächst.  Wegen steigender Corona-Inzidenzen gelten in fünf Landkreisen und den Städten Frankfurt (Oder) sowie Cottbus nächtliche Ausgangsbeschränkungen für nicht Geimpfte von 22.00 Uhr bis 6.00 Uhr.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Sonntag lagen die Kreise Elbe-Elster (1603,6), Spree-Neiße (1374,2) Oberspreewald-Lausitz (1141,2), Dahme-Spreewald (1090,5), Teltow-Fläming (951,9) und Frankfurt (Oder) (850,7) an drei aufeinanderfolgenden Tagen über einer Sieben-Tage-Inzidenz von 750. Damit gelten sie als Corona-Hotspots. Elbe-Elster hat bundesweit den dritthöchsten Wert in einem Landkreis.

In Cottbus, der zweitgrößten Stadt Brandenburgs, treten die Ausgangsbeschränkungen ab Montag zwischen 22.00 und 6.00 Uhr für Ungeimpfte in Kraft. Das teilte die Stadt am Sonntagabend mit. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag am Sonntag mit 920,0 den dritten Tag über dem Schwellenwert von 750.Die Sieben-Tage-Inzidenz lag am Sonntag mit 920,0 den dritten Tag über dem Schwellenwert von 750. Eine entsprechende Bekanntmachung durch die Stadt wurde vorbereitet.

Das Brandenburger Kabinett hatte am Dienstag die Verschärfung der Corona-Regeln beschlossen. Wenn in einem Kreis oder einer kreisfreien Stadt die Sieben-Tage-Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen über 750 liegt und die Auslastung der Intensivbetten landesweit bei über zehn Prozent liegt, gilt von 22 bis 6 Uhr eine Ausgangsbeschränkung für Ungeimpfte. Diese Maßnahmen treten ab dem Tag nach der Bekanntgabe durch die zuständige Behörde in Kraft und gelten längstens bis zum Ablauf des 15. Dezember.

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Landesweit stiegen die Ansteckungen mit dem Coronavirus innerhalb einer Woche je 100 000 Einwohner auf 709,4 nach 674,7 am Samstag. Das Land hat damit nach Angaben des Robert Koch-Instituts weiter den vierthöchsten Wert bundesweit nach Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt. Am Sonntag vergangener Woche steckten sich 559,5 von 100 000 Menschen mit dem Virus an. Die Corona-Zahlen in Brandenburg liegen damit weiter deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt.

133 Corona-Patienten auf den Intensivstationen

Aktuell werden 570 Patienten mit einer Covid-19-Erkrankung im Krankenhaus behandelt. 133 von ihnen befinden sich auf Intensivstationen. Mit Stand Samstag müssen 109 Patienten beatmet werden. Die landesweite Sieben-Tage-Hospitalisierungsinzidenz ging mit 4,43 im Vergleich zum Vortag leicht zurück (4,82). Die Warnampel steht in diesem Bereich auf Gelb.

Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) sagte am Samstag, sie sehe die Krankenhäuser in zwei Wochen am Ende ihrer Kapazitäten. Den Bund forderte sie deshalb dazu auf, das Infektionsschutzgesetz nachzuschärfen. Die Landesregierung habe mit ihrer jüngsten Verordnung die Elemente des alten Infektionsschutzgesetzes ausgeschöpft, etwa mit verschärften Regeln für Hotspots, Kontaktbeschränkungen und Ausgangssperren für Ungeimpfte. Das sei aber nur noch bis zum 15. Dezember möglich, das neue Infektionsschutzgesetz biete diese Maßnahmen dann nicht mehr.

Nonnemacher besorgt über Omikron-Variante

Über die neue Omikron-Variante des Coronavirus zeigte sich Nonnemacher besorgt. Es gebe aber noch keine wissenschaftlichen Daten zur Frage, wie die Impfstoffe vor dieser Variante schützen. Es sei auch noch unklar, ob Omikron tatsächlich infektiöser sei oder schwerere Krankheitsverläufe zur Folge habe. Daran werde zurzeit intensiv geforscht.

Damit die Impfkampagne in Fahrt kommt, sollen laut Gesundheitsministerium in Brandenburg 100 zusätzliche Impfstellen entstehen. Für kommenden Dienstag hat das Ministerium eine Lieferung von 10 500 Moderna-Impfstoff-Dosen beim Bund bestellt. Zur Beschränkung der Biontech-Lieferung sagte Nonnemacher: „Diese Situation ist misslich, trotzdem dürfen wir nicht nachlassen bei den Impfungen.“

Das Bundesgesundheitsministerium hatte den Ländern vor reichlich einer Woche mitgeteilt, dass von den insgesamt sieben Millionen bestellten Impfdosen von Biontech/Pfizer in der laufenden Woche nur drei Millionen ausgeliefert werden könnten. Das knappe Kontingent an Impfstoff von Biontech/Pfizer solle nun vorrangig für den Schutz von Menschen unter 30 Jahren sowie für Schwangere eingesetzt werden, sagte Nonnemacher. Der Grund: Das gleichwertige Präparat von Moderna soll bei den Auffrischungsimpfungen vermehrt zum Einsatz kommen, weil andernfalls eingelagerte Moderna-Dosen zu verfallen drohten.

Bergmann-Klinikum reagiert auf Corona-Ausbruch

Potsdams größtes Krankenhaus Ernst von Bergmann hat mit verschiedenen Maßnahmen auf einen erneuten Corona-Ausbruch reagiert. Es gebe engmaschige Tests bei Patienten und Mitarbeitern, teilte die Einrichtung am Samstag auf Nachfrage mit. Ein Besuchsverbot für die betroffene urologische Station und ein Aufnahmestopp seien bereits veranlasst worden. Betroffen vom Ausbruch sind demnach Patienten und Mitarbeiter. Zu deren Anzahl machte das Klinikum am Wochenende keine Angaben. Auch den Impfstatus der Betroffenen nannte der Versorger aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht.

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Unterdessen müssen Eltern ihre Kinder ab Montag wegen steigender Corona-Infektionszahlen in einigen Klassen nicht mehr in die Schule schicken - die Präsenzpflicht ist dort aufgehoben. „Die Schulen sollen ihre Kinder am Anfang der Woche mit Lernaufgaben versorgen“, hatte Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) den Eltern geschrieben. „Ein Anspruch auf Distanzunterricht besteht nicht.“ (dpa)

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