• Corona-Impfungen in Brandenburg: Mehr als 40.000 Termine pro Woche geplant

Corona-Impfungen in Brandenburg : Mehr als 40.000 Termine pro Woche geplant

Brandenburg will Schwung in seine Impfkampagne bekommen. Ab dieser Woche sollen deutlich mehr Menschen geimpft werden. Auch die Online-Terminvergabe für Über-70-Jährige soll nun funktionieren.

In Brandenburg soll es künftig häufiger piksen
In Brandenburg soll es künftig häufiger piksenPatrick Pleul/dpa

Potsdam - Das Land Brandenburg will in dieser Woche allein in den Impfzentren rund 40.000 Menschen gegen das Corona-Virus impfen. Das kündigte Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) am Montag im wöchentlichen Pressebriefing zu den Impfungen an. „Wir haben die Kapazitäten in den Impfzentren um 80 Prozent erhöht“, sagte Nonnemacher. „Das haben wir aber auch nötig, denn im Bundesvergleich steht Brandenburg immer noch ausgesprochen schlecht da.“ 

Seit Anfang des Jahres wurden in Brandenburg lediglich 206.000 Impfungen durchgeführt, darunter 129.000 Erstimpfungen und 77.000 Zweitimpfungen. Damit steht das Land im Bundesvergleich bei den Erstimpfungen weiter auf dem letzten Platz. „Die Dimensionen müssen deutlich größer werden“, sagte Nonnemacher. „Wir müssen weiter Vollast fahren.“

Technische Probleme bei Anmeldung gelöst

Seit dem Wochenende können sich auch über 70-Jährige für eine Impfung mit AstraZeneca über das Online-Tool www.impfterminservice.de für eine Impfung anmelden. Wie am Montag betont wurde, funktioniere das Tool nun, nachdem es bis Sonntagabend erhebliche technische Probleme gegeben habe, von denen auch Leser dieser Zeitung berichteten. 

Die Impfzentren im Berliner Speckgürtel seien derzeit allerdings ausgebucht, in Prenzlau, Elsterwerda und Kyritz gebe es dagegen noch freie Termine. „Wir haben erhebliche Schwierigkeiten, in Standorten wie Elsterwerda und Prenzlau die Auslastung voll zu bekommen“, sagte Nonnemacher. Am Dienstag oder Mittwoch sollten nach Angaben des stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden der Kassenärtzlichen Vereinigung, Holger Rostek, weitere Termine freigegeben werden. 

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Die Impfzentren würden ab Mittwoch zwölf Stunden am Tag geöffnet sein, und künftig auch an Samstagen arbeiten. An insgesamt acht Krankenhäusern werden Nonnemacher zufolge zudem gesonderte Impftage für Grund- und Förderschullehrer eingerichtet. Zudem sollten neben den bisher mit Impfungen beschäftigten vier Hausarztpraxen ab dem 15. März auch noch weitere Praxen an den Start gehen. „Wir sind mit der Kassenärztlichen Vereinigung darüber im Gespräch, dass wir uns auch noch deutlich mehr als die bisher im Rahmen des Modellprojekts vorgesehenen 50 Praxen vorstellen können“, sagte Nonnemacher.

Parallel dazu laufe weiter der Versand von gesonderten Einladungsbriefen an die Über-80-Jährigen, die mit den Impfstoffen von Biontech und Moderna in den Impfzentren geimpft werden sollen. Rostek zufolge würden in dieser Woche die letzten Über-85-Jährigen ihre Einladungsschreiben erhalten, danach arbeite man sich weiter auf die 80-Jährigen zu. 

Erstimpfungen in Pflegeheimen abgeschlossen

Abgeschlossen sind dagegen die Erstimpfungen in den stationären Pflegeheimen, nur zwei Einrichtungen, in denen das Coronavirus grassiert, mussten laut Hubertus Diemer vom Landesverband Brandenburg des Deutschen Roten Kreuzes ihre Termine weiter verschieben. 

Die mobilen Impfteams seien deswegen nun in kleineren Einrichtungen, etwa Intensivpflegeeinrichtungen oder Senioren-WGs im Einsatz, wo allerdings pro Impftermin deutlich weniger Patienten geimpft werden könnten. „Es geht beim mobilen Impfen um ein aufsuchendes Angebot für besonders vulnerable Gruppen, die nicht in die Impfzentren gelangen können“, sagte Diemer. Um diese Angebote besser auszulasten, werde man verstärkt auf die Kommunen zugehen. 

Keine Antwort wollte Nonnemacher am Montag auf die Frage eines Journalisten geben, wer den rund 660.000 Euro teuren Beratungsauftrag für die Firma Kienbaum in ihrem Ministerium ausgelöst habe. „Das ist im Leitungsbereich passiert“, sagte Nonnemacher. „Ich habe es nicht in die Wege geleitet, ich stehe aber dazu.“ Die Auftragsvergabe an die Beraterfirma, zu der die Initiative nach Angaben Nonnemachers von der kommunalen Ebene kam, war in der vergangenen Woche von der Opposition im Landtag scharf kritisiert worden.

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