BVG-Warnstreik : Nicht alle Räder stehen am Freitag in Berlin still

Nahverkehr am Vormittag weitgehend lahm gelegt. Doch es gibt einige Strecken, auf denen man durchaus sein Ziel mit Bus und Bahn erreicht.

PNN
Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) ereilt an diesem Freitag der erste größere Warnstreik seit sieben Jahren.
Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) ereilt an diesem Freitag der erste größere Warnstreik seit sieben Jahren.Foto: Christoph Soeder/dpa

Berlin - Am Freitag braucht man in und auf der Fahrt nach Berlin vor allem eines: Gelassenheit. Denn der Morgen wird hektisch genug. Wer zur Arbeit oder in die Schule muss, sollte viel Zeit einplanen. Die BVG tritt erstmals nach vielen Jahren wieder in einen Streik. 2012 dauerte der Streik zwar satte 15 Stunden, allerdings an einem Samstag. Der Ausstand bei U-Bahn, Tram und Bus beginnt in der tiefsten Dunkelheit („Betriebsbeginn“) und endet am Mittag gegen 12 Uhr. Bis alles wieder normal fährt, wird es noch viel länger dauern.

Die Gewerkschaften Verdi und Beamtenbund verlangen, dass für alle 14.000 Beschäftigten die 36,5-Stunden-Woche gilt. Knapp die Hälfte muss heute nämlich 39 Stunden arbeiten – all jene Mitarbeiter, die ab 2005 eingestellt wurden. Weitere Forderungen: Weihnachtsgeld auch für Neulinge, Wegfall der unteren Lohngruppen und schnellere Gehaltssprünge, zudem für Gewerkschaftsmitglieder einmalig 500 Euro. Das ist gutes Geld etwa für einen Busfahrer, der nach Verdi-Angaben auf der niedrigsten Gehaltsstufe bei knapp 2000 Euro im Monat anfängt und gut 3100 Euro erreichen kann.

Mehr als eine Million BVG-Fahrgäste sind betroffen – und eine weitere bei der S-Bahn, wo die Züge deutlich voller sein werden. Auf einigen Strecken kommt man am Freitag trotz des Streiks voran.

Ein kurzer Überblick:

Busse: 23 Buslinien sind weiter regulär unterwegs. Grund: Sie werden von privaten Unternehmen im BVG-Auftrag betrieben. Es sind die Linien 106, 161, 162, 163, 168, 175, 179, 218, 234, 263, 275, 284, 320, 322, 334, 341, 349, 363, 365, 371, 373, 380, 399. Weitere sechs Linien fahren nur leicht eingeschränkt, weil sie größtenteils von Fahrern der Subunternehmen, aber auch von BVGlern gesteuert werden.

S-Bahnen: Von 5.30 bis 14 Uhr werden auf den Linien S1 und S5 insgesamt 50 zusätzliche Zugfahrten angeboten. Auf allen anderen Linien gilt der normale Fahrplan. Die S-Bahn empfiehlt, auch die DB-Regionalzüge verstärkt zu nutzen. Sie fahren gleichfalls regulär und durchqueren die Stadt in allen Himmelsrichtungen. Wer die S 7 zwischen Potsdam und Berlin City nutzt, muss allerdings wegen Bauarbeiten von Freitag 22 Uhr bis Sonntagnacht mit Einschränkungen rechnen. Die Strecke ist zwischen Potsdam und Grunewald unterbrochen, ersatzweise fahren Busse.

BVG-Fähren: Auf dem Wasser gibt’s keinen Arbeitskampf. Die BVG-Fähren schippern weiter über Spree und Havel - die F10 zwischen Wannsee und Kladow; die F11 zwischen Oberschöneweide und Baumschulenstraße; die F12 zwischen Wendenschloß und Grünau. CS/dpa