• Brandenburgs Wirtschaftsminister: Steinbach hält Tesla-Zeitplan für ehrgeizig

Brandenburgs Wirtschaftsminister : Steinbach hält Tesla-Zeitplan für ehrgeizig

Elon Musk will schon Anfang 2020 mit dem Bau seiner Tesla-Frabrik beginnen. Brandenburgs Wirtschaftsminister Steinbach stellt nun in Frage, ob dies klappen kann.

Oliver von Riegen
Jörg Steinbach am Mittwoch in Potsdam. 
Jörg Steinbach am Mittwoch in Potsdam. Foto: REUTERS/Hannibal Hanschke

Potsdam - Der Zeitplan für die geplante Fabrik des US-Elektroautobauers Tesla nahe Berlin ist nach Ansicht des Brandenburger Wirtschaftsministers Jörg Steinbach ehrgeizig. „Risiken in der absoluten Durchführung sehe ich ehrlich gesagt gar keine“, sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Die Frage sei, ob die Zeitachse, die Tesla sich vorgenommen habe, hundertprozentig tragen werde. Tesla müsse die Unterlagen „so vollständig und hoch qualitativ einreichen, dass auch eine schnellstmögliche Prüfung gegeben ist“.


Tesla-Chef Elon Musk hatte das Projekt überraschend am Dienstagabend angekündigt. Die Fabrik soll in Grünheide auf einer Industriefläche nahe der Autobahn 10 entstehen. Tesla plant laut Steinbach, dass die Bauarbeiten im ersten Quartal 2020 beginnen, Produktionsstart solle 2021 sein. Bis die von Brandenburg geplanten EU-Beihilfen genehmigt sind, wird voraussichtlich noch einige Zeit vergehen. „Nach üblichen Verfahren gehen wir von eineinhalb bis zwei Jahren aus“, sagte Steinbach: „Dieses ist kein Geld, mit dem wir gewunken haben und was die Entscheidung beeinflusst hat.“

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sagte der „Passauer Neuen Presse“ (Donnerstag), für Tesla sei wichtig, dass die Fabrik schnell errichtet werden könne und arbeitsfähig sei. Tesla habe keine konkreten finanziellen Unterstützungen, etwa im Bereich der Batteriezellenproduktion, beantragt. Auf die Milliarden-Förderung für die Entwicklung und Produktion von Batterien in Europa werde wegen der Tesla-Ansiedlung nicht verzichtet, betonte Altmaier. In Deutschland und den europäischen Ländern gebe es rund 40 Unternehmen, die sich daran beteiligten: „Diese europäischen Förderprogramme werden selbstverständlich wie vorgesehen realisiert, denn wir brauchen eigenes Know-how für innovative und umweltfreundliche Batterien.“ (dpa)