• Brandenburgs Gesundheitsministerin: Ursula Nonnemacher in Quarantäne

Brandenburgs Gesundheitsministerin : Ursula Nonnemacher in Quarantäne

Sie ist die Krisen-Managerin der Corona-Pandemie in Brandenburg: Gesundheitsministerin Nonnemacher. Wegen einer Infektion in ihrer Familie bleibt sie vorerst in häuslicher Isolation.

Oliver von Riegen
Ministerin Ursula Nonnemacher (Grüne)
Ministerin Ursula Nonnemacher (Grüne)Foto: ZB

Potsdam - Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) ist wegen einer Corona-Infektion im familiären Umfeld in häuslicher Quarantäne. Das teilte Ministeriumssprecher Gabriel Hesse am Sonntag mit. Nonnemachers Ehemann sei Arzt in einer Notaufnahme und im beruflichen Zusammenhang positiv auf das Coronavirus getestet worden. Sie werde sich am kommenden Donnerstag auf das Virus testen lassen. Die Ministerin habe am Samstagabend erfahren, dass sie eine sogenannte Kontaktperson der Kategorie 1A mit engem Kontakt sei. Nonnemacher, die selbst Ärztin ist, hat nach Angaben ihres Sprechers bisher keine Symptome. Sie achte im Dienst sehr genau auf den Mindestabstand und trage eine FFP2-Schutzmaske.

360 Neuinfektion in Brandenburg

Anfang November hatte sich Nonnemacher nach dem Bekanntwerden einer Corona-Infektion von Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) bereits auf das Coronavirus testen lassen. Das Ergebnis war negativ wie auch bei den anderen Regierungsmitgliedern, die sich testen ließen. Am vergangenen Freitag stellte Nonnemacher mit dem Regierungschef und Innenminister Michael Stübgen (CDU) in einer Pressekonferenz neue Corona-Regeln für Brandenburg vor.

Die Zunahme der Fälle neuer Corona-Infektionen in Brandenburg hat sich am Sonntag verlangsamt. Das Gesundheitsministerium gab 360 bestätigte neue Fälle von Samstag bis Sonntag an. Allerdings hatten mehrere Kreise und Städte keine neuen Zahlen gemeldet. Noch am Vortag war mit 612 der bisher zweithöchste Wert neuer Ansteckungen in Brandenburg erreicht worden.

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Oberspreewald-Lausitz Brandenburgs Corona-Hotspot

Die meisten neuen Infektionen kamen mit 63 im Landkreis Oberspreewald-Lausitz hinzu, dem Corona-Hotspot in Brandenburg. Die Zahl neuer Ansteckungen je 100 000 Einwohner lag dort bei 348, das ist ein neuer Höchstwert. Alle acht Intensivbetten in dem Landkreis sind belegt, wie aus Zahlen Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) hervorgeht.

Bis auf die Prignitz und den Kreis Ostprignitz-Ruppin bleibt ganz Brandenburg ein Risikogebiet mit mehr als 50 neuen Corona-Fällen je 100 000 Einwohner in einer Woche. Seit März haben sich offiziell 19 917 Brandenburger mit dem Coronavirus infiziert, 366 Menschen starben bislang im Zusammenhang mit Covid-19.

Regeln weichen teilweise von denen in Berlin ab

Wegen des Anstiegs der Infektionen hatte das Kabinett am Freitag neue Vorgaben beschlossen. Ab 1. Dezember bis vorerst 21. Dezember dürfen sich nur noch bis zu fünf statt zehn Menschen von zwei Hausständen treffen. Zudem gilt eine Maskenpflicht in Schulen schon ab der siebten Klasse. In Hotspots mit über 200 neuen Infektionen je 100 000 Einwohner in einer Woche sind strengere Regeln möglich wie ein Wechsel von Schul- und Heimunterricht oder ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen.

Die Regeln weichen teilweise von denen in Berlin ab. In der Hauptstadt darf der Weihnachtsbesuch beispielsweise in Hotels übernachten, in Brandenburg nicht. Die Hotelbranche in Brandenburg hält die unterschiedlichen Corona-Vorgaben in der Hauptstadtregion für falsch. (dpa)

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