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Brandenburgs Gesundheitsministerin : Ursula Nonnemacher gegen Corona-Tests für alle

In Bayern sollen alle Menschen mit Massentests auf das Coronavirus geprüft werden. Das stößt in Brandenburg auf Kritik, wo Stichprobentests für besonders gefährdetes Personal geplant sind.

Oliver von Riegen
Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne).
Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne).Foto: dpa

Potsdam - Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) hält Corona-Tests für alle wie in Bayern nicht für sinnvoll. Solche massenhaften Testungen seien zu unkonkret und allgemein gehalten, sagte sie am Montag nach Angaben ihres Ministeriums. Flächendeckende Tests ohne konkreten Anlass wie bei einem Hotspot seien Momentaufnahmen und schützten nicht vor neuen Ausbrüchen.

Bayern plant Corona-Massentests. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sieht nach eigenen Worten darin neben dem Abstandhalten die einzige ernsthafte Chance, Infektionsketten zu unterbrechen. Nonnemacher schätzt hingegen die Corona-Tests nicht als ein zuverlässiges Instrument zum Ausschluss einer Infektion ein. Diese könnten negativ ausfallen, obwohl jemand das Virus bereits habe, erklärte die Grünen-Politikerin und Ärztin. Darum verfolge Brandenburg die Strategie, besonders gefährdete Beschäftigungsgruppen zu testen sowie Stichproben in Kitas, Schulen und Pflegeeinrichtungen zu machen.

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Regelmäßige Tests für Lehrer und Erzieher

In Brandenburg sollen sich Lehrer und Erzieher nach den Sommerferien ab 10. August für drei Monate alle zwei Wochen testen lassen können. Außerdem ist geplant, dass ein Prozent aller Schüler und Kita-Kinder in Stichproben drei Monate lang alle 14 Tage untersucht werden; in Pflegeheimen soll dies für ein Prozent der Mitarbeiter und Bewohner im gleichen Rhythmus gelten. Wann genau die Tests in den Pflegeheimen beginnen, ist nach Angaben des Ministeriums noch unklar.

Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies bleibt das öffentliche Leben im Kreis Gütersloh in Nordrhein-Westfalen für eine weitere Woche bis 7. Juli eingeschränkt. Der Ausbruch führte dazu, dass sich Bund und Länder am Freitag auf Einschränkungen für Reisende aus Corona-Hotspots einigten. Seit Samstag dürfen keine Reisenden aus Gebieten mit vielen neuen Corona-Infektionen mehr nach Brandenburg kommen. Das gilt nicht für Gäste, die schon im Land sind und für diejenigen mit einem negativen, ärztlich attestierten Corona-Test, der höchstens 48 Stunden vor Anreise gemacht wurde.

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Dabei schert Thüringen aus. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD), amtierender Bundesratspräsident, hatte immer wieder auf ein möglichst einheitliches Vorgehen der Länder gedrungen und vor einem Abweichen von dem gemeinsamen Kurs gewarnt. Am Wochenende beschwor Woidke im RBB noch einmal die Gefahr, das öffentliche Leben wegen der Corona-Pandemie erneut herunterfahren zu müssen. In Brandenburg kamen von Sonntag auf Montag vorerst keine neuen bestätigten Corona-Infektionen hinzu. (dpa)

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