• Brandenburgerin will Bundespräsidentin werden: Freie Wähler nominieren Stefanie Gebauer

Brandenburgerin will Bundespräsidentin werden : Freie Wähler nominieren Stefanie Gebauer

Die Freien Wähler haben nach einigen internen Querelen eine Kandidatin für die Bundespräsidentenwahl am 13. Februar gekürt - eine Physikerin aus Kremmen.

Christoph Trost
Stefanie Gebauer tritt bei der Bundespräsidentenwahl für die Freien Wähler an.
Stefanie Gebauer tritt bei der Bundespräsidentenwahl für die Freien Wähler an.Foto: dpa

München - Die Freien Wähler nominieren nun doch eine eigene Kandidatin für die Bundespräsidentenwahl am 13. Februar: die Physikerin Stefanie Gebauer (41) aus dem brandenburgischen Kremmen (Kreis Oberhavel). Das teilten die Freien Wähler am Donnerstagabend mit. Gebauer sei „eine junge Powerfrau Anfang 40 aus der Kommunalpolitik, studierte Physikerin, die für die politische Mitte, Verantwortungsübernahme und Zukunftsoptimismus steht“, sagte Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger. Die Landtagsfraktionen aus Bayern, Rheinland-Pfalz und Brandenburg hätten ebenfalls einstimmig für Gebauer plädiert. Allerdings: In der Bundesversammlung sind die Freien Wähler nur eine kleine Minderheit.

Gebauer ist Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung in Kremmen und seit 2021 wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Brandenburger Landtagsfraktion. „Gerade, weil ich nicht aus dem Berliner Politikbetrieb komme, sehe ich, dass Bürgernähe und der Wille zum echten Dialog nötiger denn je sind“, erklärte sie laut Mitteilung der Freien Wähler. „Dieser Wille ist gerade in den letzten Jahren leider immer mehr abhandengekommen. Ich möchte den Menschen Mut machen und insbesondere Frauen ermutigen, Verantwortung zu übernehmen.“

Die Freien Wähler entsenden insgesamt 18 Wahlleute in die Bundesversammlung am 13. Februar. Die Wiederwahl von Amtsinhaber Frank-Walter Steinmeier gilt dort als völlig sicher - neben den Ampel-Parteien hat auch die Union ihre Unterstützung signalisiert.

Aiwanger kann Kandidatin nicht durchsetzen

Vor Gebauers Kür hatte es bei den Freien Wählern einige Querelen gegeben: Wie der „Münchner Merkur“ als erstes berichtet hatte, hatte Aiwanger zunächst die bayerische Landtagsabgeordnete Eva Gottstein als Kandidatin vorgeschlagen - und dies demnach auch schon mit den Parteikollegen in Rheinland-Pfalz und Brandenburg „vorsondiert“. 

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Bei der bayerischen Landtagsfraktion kam er damit aber nicht durch: Zunächst gab es Widerstand, überhaupt jemanden ins Rennen zu schicken, und dann setzte sich der Abgeordnete Tobias Gotthardt in einer Abstimmung gegen Gottstein durch. Gotthardt wiederum zog nun letztlich freiwillig zurück - und nach Personalvorschlägen aus mehreren Bundesländern wurde am Ende Gebauer einstimmig nominiert.

Bei der Bundespräsidentenwahl 2017 hatten die Freien Wähler, auch damals eine kleine Minderheit, noch ein bekanntes Gesicht als Kandidaten nominiert: Damals stellte sich der bayerische Landtagsabgeordnete und ehemalige TV-Richter Alexander Hold zur Wahl. (dpa)

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