• Brandenburger Sexualstraftäter: Einer der "Störche" ist tot
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Brandenburger Sexualstraftäter : Einer der "Störche" ist tot

Einer der gefürchtetsten Verbrecher Brandenburgs ist tot: Der Sexualstraftäter Detlef N., einer der berüchtigten "Störche", starb am Sonntag in einem Krankenhaus.

Detlef N. saß zuletzt in der JVA Duben. 
Detlef N. saß zuletzt in der JVA Duben. Foto: Mike Wolff

Potsdam - Er war einer der berüchtigsten Verbrecher Brandenburgs, sein Fall führte zum Rücktritt des damaligen Justizministers Volkmar Schöneburg (Linke): Einer der als „Störche“ bekannt gewordenen Sexualstraftäter ist tot. Der 63 Jahre alte Detlef N., der zuletzt in der Justizvollzugsanstalt Luckau-Duben (Dahme-Spreewald) getrennt von seinem Partner inhaftiert war, starb nach PNN-Informationen am Sonntag im Krankenhaus Lübben. Er soll nach einer Erkrankung zuletzt im künstlichen Koma gelegen haben.

Der Vize-Sprecher des Potsdamer Justizministeriums, Horst Fischer, bestätigte den Tod des Häftlings am Montag auf Anfrage. Hinweise auf einen Suizid oder ein Fremdverschulden gebe es nicht, so Fischer. Man gehe von einer natürlichen Todesursache aus.

Detlef N. und sein Komplize und mittlerweile Ehemann René N. wurden unter anderem wegen Vergewaltigung und Mordes an einer 16-Jährigen verurteilt. 1999 entführten die beiden Männer in Leipzig ein 13-jähriges Mädchen, vergewaltigten und folterten es stundenlang, setzen es später gefesselt im Wald bei Niemegk (Potsdam-Mittelmark) aus. Das Mädchen überlebte schwer verletzt. Die kriminelle Vergangenheit des bisexuellen Verbrecherpaares reicht bis in die 70er Jahre zurück. Den Beinamen „Störche“ erhielten die beiden Sexualstraftäter schon zu DDR-Zeiten hinter Gittern – wegen ihrer dünnen Beine und ihrer Vorliebe für Hochwasserhosen.

Linke-Justizminister Schöneburg trat 2013 zurück 

In der JVA Brandenburg/Havel, wo das Paar mehr als zehn Jahre lang trotz der Komplizenschaft in einer gemeinsamen Zelle lebte, sollen die beiden Schwerverbrecher eine kriminelle Subkultur aufgebaut und Mithäftlinge und Gefängniswärter massiv unter Druck gesetzt haben. Wer Ausgang hatte, musste bei seiner Rückkehr Drogen und andere Wertgegenstände liefern. Als Detlef N. daraufhin von seinem Partner getrennt werden sollte, mischte sich der damalige Justizminister Schöneburg in den Fall ein und stoppte die von der Gefängnisleitung beantragte Sicherheitsverlegung nach Cottbus. Schöneburg hatte Detlef N., der vor der Heirat hinter Gittern noch einen anderen Nachnamen trug, früher als freier Mitarbeiter in der Potsdamer Kanzlei seines Bruders vertreten. Die beiden Häftlinge waren nach wie vor ihm Besitz der Handynummer Schöneburgs und riefen ihren früheren Anwalt regelmäßig an. Schöneburg hatte erklärt, die Anrufe nie angenommen zu haben. Dennoch trat er am im Dezember 2013 in der sogenannten „Liebeszellen-Affäre“zurück. Ebenfalls im Winter 2013 wurden die Verbrecher dann an getrennten Orten untergebracht.

Kontakte zu Kindermörder Silvio S.

Detlef N. trat auch später noch in Erscheinung. In der JVA Luckau-Duben soll der "Storch" Silvio S., den Mörder der Jungen Elias aus Potsdam und Mohamed aus Berlin, unter seine Fittiche genommen und zur Prostitution hinter Gittern gezwungen haben. Silvio S. wurde daraufhin aus Schutzgründen verlegt. Die Nebenklage hatte im Potsdamer Revisionsprozess gegen Silvio S. im Juni 2019 beantragt, Detlef N. als Zeugen zu hören. Das Landgericht lehnte das ab. Marion Kaufmann



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